Jetzt trifft es auch Fahrwangen: Die Schweizerische Post will wie bereits gemeldet ihre Filiale am Bärenplatz aufheben. Ein Bürgerkomitee und der
Gemeinderat wehren sich dagegen, bzw. versuchen, bei der Post eine möglichst gute Alternative zu erwirken.

Wie diese aussieht, interessiert auch die Nachbargemeinden. Denn die Fahrwanger Poststelle ist die letzte klassische Filiale im Oberen Seetal, die im Gegensatz zu Postagenturen alle Post-Leistungen anbietet. Jene in Meisterschwanden hatte die Post im Sommer 2013 geschlossen, 2015 folgte die Filiale in der Nachbargemeinde Sarmenstorf. In beiden Gemeinden gibt es seither eine Postagentur im Volg-Laden. Seit längerem keine klassische Poststelle mehr haben die Fahrwanger Nachbargemeinden Bettwil und Schongau LU, wo Päckli und Briefe ebenfalls in einer Agentur aufgegeben werden können.

Verärgerung in Sarmenstorf

Für grössere Postgeschäfte wie Massenversand oder höhere Bargeldbezüge suchen viele Einwohner der Nachbargemeinden deshalb die Fahrwanger Poststelle auf. Dass diese nun ebenfalls verschwinden soll, stösst auf Unverständnis: «Gemeindekanzlei und Gewerbe wickeln grössere Sendungen über die Fahrwanger Poststelle ab», sagt der Sarmenstorfer Gemeindeammann Bruno Winkler. «Die Pläne der Post kommen in Sarmenstorf deshalb nicht gut an.» Kommt hinzu: «Als unsere Poststelle geschlossen wurde, hiess es von der Post, dass grössere Geschäfte weiterhin in Fahrwangen erledigt werden könnten.»

Neu nach Villmergen

Wird die Poststelle Fahrwangen geschlossen, müssten Sarmenstorfer für grössere Geschäfte nach Villmergen. Diese Poststelle steht jedoch laut Gerüchten ebenfalls auf der Kippe. Die Sarmenstorfer müssten in diesem Fall nach Wohlen. Oder über den Rügel ins Seetal nach Seengen. Deshalb sind einige der betroffenen Gemeinden aktiv geworden. Fahrwangen hat alle Nachbargemeinden angeschrieben und um Unterstützung gebeten. «Wir setzen alles daran, mit der Post eine möglichst gute Lösung zu finden, auch für die Nachbargemeinden», sagt Gemeindeammann Patrick Fischer. Sarmenstorf, Bettwil und Schongau hätten Unterstützung signalisiert, aus Meisterschwanden kam keine Reaktion. Sarmenstorf ist gleichzeitig direkt auf die Post zugegangen. «Wir wollen wissen, wie die Post das Problem mit grösseren Versänden lösen will», sagt Winkler.

Die Post hat nun in der Zwischenzeit die Nachbargemeinden ebenfalls zum Informationsabend in Fahrwangen eingeladen. Dieser findet am Donnerstag, 11. Mai, um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle statt.