Lenzburg

Schon jetzt gleich viele E-Bikes verkauft wie 2019: 2-Rad-Center Hartmann wird trotz Corona überrannt

Dürfen sich über ein brummendes Geschäft freuen: René Hartmann, Geschäfsleiter 2-Rad-Center Hartmann, Velohändler, Lenzburg.

Dürfen sich über ein brummendes Geschäft freuen: René Hartmann, Geschäfsleiter 2-Rad-Center Hartmann, Velohändler, Lenzburg.

Das Virus hat bei den E-Bikes einen regelrechten Hype ausgelöst. So konnte das 2-Rad-Center Hartmann bereits neue Leute einstellen. Bereits nach wenigen Monaten wurden schon gleich viele E-Bikes verkauft wie im gesamten vergangenen Jahr.

«Wenn es weiter so läuft wie jetzt, dann wird 2020 ein besseres Jahr als 2019», sagt Velohändler und -mechaniker René Hartmann. Derzeit bewege man sich umsatzmässig über dem Vorjahr. Das Virus hat einen Velo-Boom ausgelöst und bei den E-Bikes einen regelrechten Hype. Wer dieser Tage sein Velo in die Werkstatt bringt, muss mit einer Wartefrist von bis zu vier Wochen rechnen.

Schlimmer trifft es, wer ein E-Bike kaufen möchte. Vielerorts ist alles vergriffen – und die Produzenten fertigen nach Bestellung, liefern also nicht nach. Hartmann aber sagt: «Wir rechneten damit, dass sich der E-Bike-Trend verstärkt. Darum haben wir doppelt so viele bestellt wie 2019.» Ein unternehmerisches Risiko, kostet ein solches Zweirad doch schnell mehrere tausend Franken.

Aber Corona hat den Run auf die elektrisch unterstützten Treter verstärkt. Man bewegt sich, schwitzt nicht ganz so arg wie auf einem normalen Drahtesel und kann so allenfalls den öffentlichen Verkehr meiden. «Als der Lockdown kam Mitte März, hatten wir zuerst Angst, dass wir auf vielen der E-Bikes sitzen bleiben könnten, aber jetzt bin ich froh, haben wir so viele bestellt, sonst wären wir jetzt ausverkauft», sagt Hartmann. Schon im Juni 2020 haben sie in Lenzburg mehr E-Bikes verkauft als im gesamten Vorjahr.

Zwei weitere Aargauer Beispiele:



Im Lockdown kurzfristig die Werkstatt vergrössert

Ganz schliessen musste Hartmann sein Geschäft nicht. Die Reparaturdienste durften sie weiterhin anbieten, bloss der Verkauf musste während des Lockdowns ins Internet ausweichen. Das sei ein ordentlicher Aufwand gewesen, aber immerhin habe man bei den Verkäufen so keinen Totalausfall zu beklagen gehabt. Trotzdem gingen sie in den zwei Lockdown-Monaten um 40 Prozent zurück. Um seine rund zehn Mitarbeitenden weiter beschäftigen zu können und dem Ansturm auf die Reparaturdienste auffangen zu können, vergrösserte Hartmann kurzfristig die Werkstatt.

Der Fahrrad-Experte hat allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen. Einen Kredit brauchte er nicht zu beantragen und Kurzarbeit auch nur kurzfristig für die Leute aus dem Verkauf. Unterdessen aber rollte das Rad wieder. Um dem Ansturm standzuhalten, hat Hartmann sogar zwei zusätzliche Leute (zusammen 150-Stellen-Prozent) eingestellt. Und er sagt: «Corona führt dazu, dass viele nicht ins Ausland in die Ferien fahren. Ich höre von vielen Leuten, dass sie den Ferienbatzen jetzt in ein E-Bike investieren.»

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