Vor zwei Tagen hat Baudirektor Stephan Attiger in Lenzburg den Startschuss zum Ausbau des Autobahnzubringers Neuhof gegeben. Die Mammut-Baustelle wird den Verkehr in den nächsten drei Jahren belasten.

In der Nachbargemeinde steht ebenfalls ein grösseres Bauprojekt an, welches nicht ohne Verkehrsbehinderung über die Bühne gehen wird. Zum 17 Millionen schweren Projekt gehören die Seetalstrasse und die Lenzburgerstrasse.

Auf der Seetalstrasse rasen täglich rund 14 000 Fahrzeuge durch das Dorf, sie bringt den Verkehr aus dem Seetal auf die Autobahn. Und umgekehrt. Die Lenzburgerstrasse führt von Schafisheim in Richtung Staufen und Lenzburg und wird jeden Tag von gut 3000 Autos befahren.

Ein Baustart sei frühestens im Frühling 2019 möglich, heisst es beim Departement Bau Verkehr und Umwelt. Gleichzeitig macht man einen Vorbehalt zu dieser Zeitangabe. «Das Teilprojekt 2 kann im Frühling 2019 nur gestartet werden, wenn nicht das Enteignungsverfahren eingeleitet werden muss», sagt der zuständige Projektleiter Mathias Blaser von der Abteilung Tiefbau.

Mit anderen Worten: Es sind die Schofiser selber, beziehungsweise die Landeigentümer, die von ihrem Grund und Boden abtreten müssen, die das Zünglein an der Waage spielen werden. Voraussichtlich in den kommenden Sommermonaten werden die Vertreter des Kantons den betroffenen Landbesitzern ein Angebot unterbreiten.

Lenken diese im Landerwerbsverfahren ein, ist ein Baubeginn in rund einem Jahr realistisch. Ein Enteignungsverfahren hingegen zögert diese Zeitspanne hinaus und es würde noch länger dauern, bis in Schafisheim Baufahrzeuge auffahren.

Vom gesamten Bauprojekt sind rund 170 Landeigentümer tangiert, vom aktuell zur Debatte stehenden Teilprojekt 2 seien rund ein Drittel davon betroffen, heisst es in Schafisheim auf Anfrage.

Vier Teilprojekte stehen an

Die zusätzlich notwendigen Landressourcen müssen aus Sicherheitsgründen erworben werden, heisst es beim Kanton. Das öffentliche Sicherheitsinteresse überwiege, ein gewisser baulicher Eingriff in Privatparzellen sei nicht zu vermeiden, hatte Projektleiter Mathias Blaser, vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt schon früher erklärt.

Die Sanierung der Seetalstrasse und der Lenzburgerstrasse ist in Teilprojekte aufgesplittet, die zeitlich nacheinander realisiert werden. Teilprojekt 1 gehört nicht zum 17- Millionen-Paket und ist schon abgeschlossen. Das als «Holperpiste» bekannt gewordene Teilstück der Seetalstrasse zwischen Schafisheim und Seon wurde im Sommer 2014 saniert. Der schadhafte Deckbelag musste im Frühling 2015 erneuert werden.

  • Teilprojekt 2: Die Etappe beinhaltet den Abschnitt der Seetalstrasse vom Kehrbrunnenkreisel in Richtung Seon bis zum Dorfausgang. Das Baugesuch war gleichzeitig mit den Teilprojekten 3 und 5 im Dezember 2016 öffentlich aufgelegen. Bei allen drei Baugesuchen sind innerhalb der Auflagefrist Einwendungen eingegangen. Diese würden derzeit von der Rechtsabteilung des BVU behandelt, heisst es beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt auf Anfrage. Der Regierungsrat hat das Teilprojekt 2 mittlerweile gutgeheissen. Nun wird das Landerwerbsverfahren aufgenommen und parallel dazu das Ausführungsprojekt und die Baumeistersubmission erarbeitet.
  • Teilprojekt 3: Diese Teilstrecke betrifft die Lenzburgerstrasse und führt vom Kehrbrunnenkreisel bis zum Dorfausgang. Dieses Gesuch werde dem Regierungsrat in den kommenden Wochen zur Bewilligung vorgelegt, erklärt Projektleiter Blaser.
  • Teilprojekt 4: Hier handelt es sich laut Blaser um reine Sanierungsarbeiten auf der Lenzburgerstrasse im Bereich der 50er-Zone am Dorfeingang von Schafisheim wie auch von Staufen. Als reines Sanierungsprojekt muss dieses nicht aufgelegt werden. In diesem Fall sei auch kein Landerwerb notwendig, hält Mathias Blaser fest.
  • Teilprojekt 5: Diese Etappe betrifft die Seetalstrasse ab Kreisel Kehrbrunnen Richtung Coop Verteilzentrum bis zum Haselweg. Es wird erwartet, dass der Regierungsrat im Verlaufe des Jahres grünes Licht für das Projekt erteilt. Zusätzlich plant die Gemeinde Schafisheim, in diesem Bereich die Trottoirlücke zwischen der Talhardstrasse und dem Haselweg zu schliessen.

Zufahrt zur Autobahn gesichert

Während der Bauphase bleibe die Strasse jeweils einspurig befahrbar, erklärt Blaser. Dies nicht zuletzt aus Rücksicht auf die Regionalen Busbetriebe Lenzburg (RBL), welche verschiedene Linien durch Schafisheim führt.

Damit bleibt die Verbindung des Seetals zum Autobahnanschluss Aarau Ost gewährleistet. Und umgekehrt. Das ist mit Blick auf die Lenzburger Grossbaustelle beim Autobahnzubringer Neuhof nicht unbedeutend. Beim Kanton heisst es, naheliegende Bautätigkeiten würden in die Planung des Verkehrsregimes während der Realisation einfliessen.