Lenzburg
Schloss-Sanierung soll im August fertig sein – wenn es nicht noch mehr Überraschungen gibt

Janine Gloor
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Seit April 2018 steht der Kran beim Schloss Lenzburg.

Seit April 2018 steht der Kran beim Schloss Lenzburg.

Sandra Ardizzone

Fast ein Jahr lang war er der höchste Punkt über dem Städtchen Lenzburg. Anfang April 2018 wurde der 55 Meter hohe Kran mit einem noch grösseren Kran aufgestellt. Nun sind seine Tage gezählt. «Wenn nichts dazwischen kommt», sagt Sandro Hächler, Projektleiter Immobilien Aargau. Er ist vorsichtig optimistisch.

Seit bald zwei Jahren überwacht er die tiefgreifendste Sanierung, die das Schloss Lenzburg seit 1985 erlebt.

Ungewöhnliche Aussicht vom Baukran hoch über Schloss Lenzburg:

Das Schloss Lenzburg ist ein Bauwerk, dessen älteste Teile tausend Jahre alt sind. Immer wieder wurde an- und umgebaut. Bei der aktuellen Sanierung standen Fassaden und Dächer in Zentrum. Die Gerüste um die Schlossmauer wurden zum vertrauten Anblick und letzte Saison wurde auch das Ritterhaus eingerüstet und hinter einer Blache versteckt. Auf einer Blache war immerhin das Konterfei des Hauses zu sehen, die beiden Säle konnten jedoch während der Hauptmonate nicht gemietet werden. Die Arbeiten am Ritterhaus sind auf diese Saison abgeschlossen worden. Jetzt ist der Uhrenturm dran, das Gebäude neben dem Eingang zum Museum ist für die Fassadenrenovation eingerüstet und mit einem schwarzen Netz versehen worden. Auch am Torhaus sind die Arbeiten noch im Gange. Die Fassaden- und Steinmetzarbeiten werden voraussichtlich bis im August dauern, sagt Hächler. Wenn das Wetter mitmacht. Der trockene Sommer 2018 kam den Arbeitern entgegen. Doch die Hitze forderte sie heraus. Damit der nach historischem Rezept hergestellte Verputz nicht zu schnell trocknete, musste er mit nassen Jutesäcken bedeckt werden.

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Die Sanierung eines alten Gemäuers kann auch Überraschungen bereithalten. So im Bernerhaus, das nach dem Auszug der Stiftung Stapferhaus wieder seinen ursprünglichen Namen angenommen hatte. «Das Dach war in einem schlechteren Zustand als angenommen», sagt Sandro Hächler. Deshalb wird jetzt im Bernerhaus auf Hochdruck gehämmert, geschliffen und geölt, damit zur Saisoneröffnung in zwei Wochen alles fertig ist.

Der Kran wird das Schloss nur noch kurz überragen. Übernächste Woche wird er demontiert. In der gleich aufwendigen Weise, wie er aufgebaut wurde. Er war keine Augenweide, aber ein gutes Arbeitstier: Er hat Gerüstelemente und Ziegel und anderes Baumaterial über die Schlossmauern gehievt.

Bilder von Schloss Lenzburg:

Gartenrestaurant mit der besten Aussicht der Stadt: Auf der Westseite des Bernerhauses gibt es Ausensitzplätze des «Schloss-Bistro».
21 Bilder
Das Ritterhaus (rechts) zeigt nach einer Saison hinter Gerüsten sein frisch saniertes Gesicht. Die letzten Fassaden- und Steinmetzarbeiten werden noch bis im Sommer am Uhrenturm (schwarz eingerüstet) und am Torhaus durchgeführt.
Geschäftsführer der Stiftung Schloss Lenzburg (v.l.) René Marty und Christine Ziegler, Stiftungspräsident Daniel Mosimann und Sandro Hächler, Kanton.
Im grössten Seminarraum haben bis zu 90 Personen Platz.
Endspurt im Erdgeschoss des Bernerhauses, wo das Bistro einziehen wird.
Stimmungsvolle Aussicht vom Schloss.
Es folgen weitere Bilder von Schloss Lenzburg.

Gartenrestaurant mit der besten Aussicht der Stadt: Auf der Westseite des Bernerhauses gibt es Ausensitzplätze des «Schloss-Bistro».

Chris Iseli

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