Adventskalender (19)

Schloss Hallwyl: Hinter dem Schrank warten Fahnen

Den Besuchern eines Schlosses stehen nicht alle Türen offen. Im Schloss Hallwyl gibt es zahlreiche Räume, die nur wenige zu sehen bekommen. Was verbirgt sich hinter einer unscheinbaren Schranktüre im Vorderen Schloss?

Schranktüre

Den Besuchern eines Schlosses stehen nicht alle Türen offen. Im Schloss Hallwyl gibt es zahlreiche Räume, die nur wenige zu sehen bekommen. Was verbirgt sich hinter einer unscheinbaren Schranktüre im Vorderen Schloss?

Von einem kleinen Räumchen aus kann die Beflaggung über dem Haupteingang von Schloss Hallwyl ausgesteckt werden. Der Zugang ist gut getarnt.

Im ersten Stock des Vorderen Schlosses der Hallwyl gibt es den sogenannten Salon. Gleich beim Eingang steht ein grosser Kachelofen, auf dessen Kacheln erzieherische Geschichten aufgemalt sind.

An der rückwärtigen Wand sind Schränke eingelassen. Die Türe ganz rechts beim Fenster ist jedoch keine Kastentüre, sondern führt zu einer kurzen Treppe. Diese endet in einem kleinen nüchternen Raum, der für die Schlossbesucher nicht zugänglich ist.

Hier, unmittelbar über dem Haupteingang, könnte früher einmal eine Wachtstube eingerichtet gewesen sein. Aus dem kleinen Fenster hat man Blick auf die Allee, die zum Schloss führt. Diese These hält Kurator Thomas Frei für eher unwahrscheinlich. Er vermutet, dass der gefangene Raum eher ein Lager des Torhauses aus dem 14. Jahrhundert gewesen sein könnte.

Die versteckte Schranktüre im Schloss Hallwyl führt zu einem ehemaligen Lagerraum, von wo aus Betriebsleiter Martin Sulser jeweils die Flaggen für besondere Anlässe montiert. Chris Iseli

Die versteckte Schranktüre im Schloss Hallwyl führt zu einem ehemaligen Lagerraum, von wo aus Betriebsleiter Martin Sulser jeweils die Flaggen für besondere Anlässe montiert. Chris Iseli

Sechs bis zehn Mal pro Jahr

Die Vergangenheit zählt jedoch nicht. Gegenwärtig stehen verschiedene Fahnen im Raum und dies macht Sinn. Schloss-Hallwyl-Betriebsleiter Martin Sulser montiert von hier aus jeweils die festliche Beflaggung bei hohem Besuch.

«Etwa sechs bis zehn Mal während einer Saison hängen wir die Flaggen aus», hält er fest. Gelegenheiten ergeben sich etwa, wenn die Kantonsregierung mit Ehrengästen einen Abstecher ins Seetaler Wasserschloss macht. Oder wenn, wie am Ende des diesjährigen Veranstaltungsprogramms, die österreichische Botschafterin an einem Anlass teilnimmt.

Die ausgehängten Flaggen richten sich natürlich nach den zu ehrenden Gästen. Für die Platzierung der einzelnen Fahnen gibt es ein Beflaggungsreglement, das sich Sulser aus dem Internet heruntergeladen hat. Allerdings: «Man muss immer noch umdenken: Die Sicht von der Zugangsbrücke aus ist umgekehrt wie beim Raushängen.»

Die Aargauer und Schweizer Fahne sind stets zur Stelle. Wegen der Herkunft von Wilhelmine von Hallwyl (1844–1930) sind oft Schweden zu Gast; eine entsprechende Landesfahne steht bereit. Und ist ein Besuch des aktuellen Grafen Michael von Hallwyl angekündigt, montiert Martin Sulser das gelb-schwarze Familienwappen.

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