Meisterschwanden
Schleckstängel gross wie Luftballone - im Wunderland ist alles möglich

«Wunderland» hiess das Motto des Jugendfestes in Meisterschwanden und Wunderwetter herrschte am Umzug durchs Dorf. Rund 330 Kinder waren unterwegs und nahmen die Zuschauer mit in ihre ganz unterschiedlichen Wunderwelten.

Peter Weingartner
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So stellen sich die Viertklässler das Schlaraffenland vor.

So stellen sich die Viertklässler das Schlaraffenland vor.

Peter Weingarter

Meisterschwanden? Magierschwanden! Mirakelschwanden! Andy Leutwiler, Chef der Jugendfestkommission, ist beim Apéro nach dem Umzug zufrieden: «Das Wetter passt.» Das dramatische Gewölk lässt es bei der Drohung bewenden. Glück? «Die letzten beiden Male hat es beim Umzug geregnet», sagt er. Doch wenn Leutwiler vollbärtig als Miraculix mitmarschiert, wird es ihm wohl gelungen sein, gutes Wetter herbeizuzaubern. Zumal die ganze Jugendfestkommission an der Spitze des Umzugs einschlägig verkleidet daherkommt. Neben Miraculix gibt sich Gandalf, der Magier aus «Herr der Ringe», die Ehre. Martin Hurni, aus dessen Zauberhand der Festführer entstand, spielt ihn mit originalem Haupthaar.

Schüler geben zu Denken

So ein Umzug ist ein Fest der Farben. Da haben die Kinder aus dem Vollen schöpfen können, im Wunderland ist alles möglich. «Die Kleinen gefallen mir besser; da ist Action!», meint ein Zuschauer am Strassenrand. Die Spielgruppenkinder winken und verteilen Bonbons, und bei den Viertklässlern melden sich die Prinzessinnen aus dem Schlaraffenland zu Wort. Rund 330 Kinder sind unterwegs, und die Schüler der 2. Real veranstalten eine veritable Demo mit Lebensweisheiten auf den Plakaten. «Die Welt braucht mehr Räubertöchter und weniger Prinzessinnen» heisst es ganz schön subversiv, aber auch: «Sei einfach du selbst, andere gibt es schon.»

25 Stunden Arbeit täglich

Kein Umzug ohne Musik: Die Brasshoppers, der Jodlerclub und die Musikgesellschaft geben live Gas; Töne kommen auch aus Konserven, die Meitlisonntags-Tambourinnen schlagen zu, und selbst die Feuerwehrfahrzeuge lassen sich akustisch nicht lumpen. Der Umzug bietet auch Gelegenheit für Werbung in eigener Sache. So zeigen die jungen Tembeler, was sie aus Eigenproduktion zu bieten haben: Schnaps, Sirup, Erdbeeren, Würste, Muffins, Brot. Nur das Bier fehlt. Damit – und mit Grilladen, Fisch, Pizza, Pasta, Bami Goreng und anderen Leckereien – kann sich eindecken, wer den Rat von Gemeinderat Marcel Meyer befolgt: «Nehmt nicht zu viel Apéro!» Er denkt dabei an die Vereine mit ihren Beizli. 500 Würste, 250 Zwetschgen im Speck und 5 Kilo Gambas bietet das Team Rinderwahn aus Dürrenäsch zum Gratis-Apéro an.

Als wahre Zauberkünstler entpuppten sich auch die Mitarbeiter des Bauamts. Laut Meyer haben sie 25 Stunden täglich geschuftet, um das Festdörfli aufzubauen und das Dorf zu schmücken.