Birrwil
«Schifflände»: Die Gartenbeiz am See verliert ihren Charme

Die «Schifflände» feiert im Mai ihre Neueröffnung, die alten Kastanienbäume sind dann leider nicht mehr da. Ein Grund dafür: die Bäume sind teilweise erkrankt. So müssen vier Kastanienbäume gefällt werden.

Barbara Vogt
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So sieht es heute aus: Das neue Restaurant kurz vor der Vollendung. Die Rosskastanien stehen noch, doch werden sie bald gefällt.Fritz Thut

So sieht es heute aus: Das neue Restaurant kurz vor der Vollendung. Die Rosskastanien stehen noch, doch werden sie bald gefällt.Fritz Thut

An einem Sommertag waren die Sitzplätze unter dem Blätterdach der alten Kastanienbäume beim Restaurant Schifflände heiss begehrt. Sie boten Schatten und von ihnen aus überblickte man das beschauliche Treiben auf dem Hallwilersee.

Die Schattenplätze wird es auch in Zukunft geben. Nur dauert es ein Weilchen, bis sie wieder so lauschig sind wie früher. Vier Rosskastanien werden in den nächsten Tagen gefällt.

Das hat zwei Gründe: Einerseits sind die Bäume zum Teil krank, andererseits verändert sich durch den Restaurant-Neubau (Box) die Höhendifferenz zwischen Restaurant und Seeterrasse respektive Bäume.

Im Mai Eröffnung

Das Restaurant Schifflände ist im Besitze der Fumedica Biotec AG aus Muri. Geschäftsführer Urs Christen liess die alte «Schifflände» 2011 abbrechen. Danach wurde ein neues Restaurant gebaut. Neueröffnung ist im kommenden Mai. «Jetzt müssen wir Gas geben», witzelt Christen. Der Pächter steht fest: die Remimag Gastronomie AG aus Rothenburg. Laut Urs Christen beinhaltet das neue Restaurant einen Speisesaal für rund 140 Gäste sowie zwei Säle. Auf der Seeterrasse haben über 100 Personen Platz. Mit dem Neubau ist auch das Parkplatzproblem am Hallwilersee in Birrwil gelöst: Zur «Schifflände» gehört ein zweigeschossiges Parkhaus. (bA)

Durch das Gefälle von beinahe zehn Prozent könnte man die Terrasse weitgehend nicht mehr bestuhlen. Auch müsste man Stufen zwischen Terrasse und Restaurant legen. Diese bildeten jedoch Stolpersteine und Hindernisse für Rollstuhlgänger, sagt Pascal Schnüriger von SKK Landschaftsarchitekten in Wettingen.

Das Büro ist für die neue Aussengestaltung des Restaurantbetriebs verantwortlich.

Von Miniermotten befallen

Schweren Herzens entschied sich «Schifflände»-Besitzer Urs Christen, die vier Kastanienbäume zu fällen. «Am Hallwilersee waren sie ein Wahrzeichen.» Doch seien die Bäume überaltert. Er schätzt sie 100 Jahre alt, das ehemalige Restaurant sei vor 300 Jahren gebaut worden.

Christen zufolge kränkeln die Bäume auch: Insbesondere die zwei ältesten Rosskastanien sind von Miniermotten befallen. Dies stellte ein Baumdoktor fest, der die Kastanienbäume gepflegt hatte. Durch den Befall können die Bäume faulen und an gewissen Stellen sogar Äste abbrechen.

Der «Schifflände»-Besitzer setzt neue Bäume: sechs schirmförmige Sumpfeichen, die sich für den speziellen Standort nahe am Gewässer eignen. Sie bilden ein stabiles und schirmförmiges Baumdach, unter das sich die Restaurantbesucher wieder setzen können.

Kein Flickwerk mehr

Die Neubepflanzung war auch eine Auflage des Gemeinderates Birrwil, Gemeindemann Barbara Buhofer: «Uns ist es wichtig, dass die Umgebung der Schifflände wie früher und nicht als Flickwerk erscheint.» Die Bäume werden Buhofer fehlen: «Die Ecke mit den Kastanien hatte ihre eigene Geschichte und ein italienisches Flair.»

Restaurantbesitzer Urs Christen hatte Mühe, Sumpfeichen zu finden, die schon eine gewisse Höhe haben. In der Schweiz wurde er nicht fündig, so ging er nach Deutschland.

Die Freude auf seine neuen Bäume ist umso grösser: «Ihre Kronen sind prächtig. Bestimmt bilden sie im Sommer ein dickes Blätterdach, das bald so schön sein wird wie das alte.»

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