«Punkto Wetter können wir nur beten …» So fatalistisch wie Ueli Haller (Meisterschwanden), der Geschäftsführer der Schifffahrtsgesellschaft Hallwilersee (SGH), in seinem Jahresbericht festhielt, ergeben sich die Verantwortlichen den äusseren Einflüssen nicht. Und so konnte Haller an der Aktionärs-GV vom Montag trotz verregnetem Frühling und Herbst für 2013 einen Superlativ verkünden: Als einziges aller schweizerischen Schifffahrtsunternehmen verzeichnete die SGH im letzten Jahr eine Zunahme der Passagierzahlen gegenüber dem Vorjahr.

Während in der gesamten Branche im letzten Jahr die Gästezahl um 7 Prozent zurückging, steigerte die 5-schiffige Hallwilersee-Flotte ihre Passagierzahl um 3 Prozent. «Mit 135 027 Passagieren dürfen wir das zweitbeste Resultat in der Geschichte vermelden», freute sich Verwaltungsratspräsident Erich Nussli (Birrwil). Diese Geschichte geht bis ins Jahr 1888 zurück. Die SGH konnte also ausgerechnet zum 125-Jahr-Jubiläum derart erfolgreich gegen den nationalen Trend anschwimmen.

Ertrag leicht gesunken

Trotz dem Plus bei den Passagierzahlen sank der Verkehrsertrag im letzten Jahr marginal um 24 000 Franken auf 1,42 Millionen Franken, wie die 433 anwesenden Aktionäre an der 126. Generalversammlung auf den drei zusammengekoppelten Schiffen MS «Brestenberg», MS «Seetal» und MS «Seerose» erfuhren.

Nussli und Haller führten dies in ihren Ausführungen auf die «vermehrten Fahrgäste mit Halbtax- und Generalabonnementen» zurück. Der Geschäftsführer wies auch auf verschiedene Aktionen mit Tourismusorganisationen und Firmen (Raiffeisen, Coop) hin. Gerade von der Kooperation mit dem Grossverteiler, verspricht sich Haller einen «schweizweiten Werbeeffekt». In diesem Sinn kann der kleine Ertragsrückgang als Investition in die Zukunft verstanden werden.

Vor grossen Investitionen

Dem bodenständigen Finanzgebaren der SGH ist es zu verdanken, dass 2013 trotz der Ertragsdelle ein Betriebsgewinn von fast 300 000 Franken und ein Unternehmensgewinn von gut 25 000 Franken verzeichnet werden konnte. Man schaut einfach, dass die Ausgaben nicht überborden. Der Betriebsaufwand lag 50 000 Franken unter dem Vorjahr.

«Die Bilanz der Gesellschaft ist nach wie vor gesund», konnte Präsident Nussli den Aktionären verkünden. Dies ist auch nötig, stehen doch in den nächsten Jahren sehr grosse Investitionen an. Nussli rechnet mit 3 Millionen Franken in den nächsten fünf Jahren.

Für 900 000 Franken soll während des kommenden Winters das Flaggschiff, die MS «Brestenberg», auf Vordermann gebracht werden. Verwaltungsrat Jürg Roth erläuterte Details des Vorhabens: Das Interieur im künftig winterfesten Salon wird neu gestaltet, ohne dass man die Passagierkapazität reduzieren will. Heizung, Generator und Antrieb werden ersetzt, verstärkt und gleichzeitig umweltfreundlicher.

Ebenfalls taucht in den langfristigen Perspektiven die Anschaffung eines neuen Schiffes auf: Die «MS Fortuna» muss bis 2018 ersetzt werden.

Neuer Verwaltungsrat

Ein Jahr vor Ablauf seiner dritten dreijährigen Amtsperiode trat Jörg Schatzmann (Seengen) aus dem Verwaltungsrat zurück. Er hatte vorher von 1997 bis 2005 als Revisor gewirkt. Als Nachfolger wurde Thomas Lindenmann (Seengen) gewählt. Der 41-jährige Winzer «kennt das Seetal und den See bestens», stellte Präsident Nussli seinen neuen Kollegen den Aktionären vor.