Lenzburg
Schandfleck «Schwyzerhüsli» am Altstadteingang verschwindet

Das «Schwyzerhüsli» ist keine Zierde mehr. Die Liegenschaft vis-à-vis dem «Alten Landgericht», beim Zugang zur Lenzburger Altstadt, soll abgerissen werden und einem Neubau Platz machen.

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Wird abgerissen

Wird abgerissen

azNetz

Einen Pokal für das Stadtbild bekommt die kanariengelbe Liegenschaft «Schwyzerhüsli» an der Lenzburger Aavorstadt ganz gewiss nicht, obwohl die Schaufenster voll der silberglänzenden Trophäen sind.

Der «Schandfleck» just am Eingangstor zur Altstadt mit dem prächtigen Riegelbau des «Alten Landgerichts» vis-à-vis steht seit sicher 15 Jahren leer und verfällt zusehends. Nun aber steht ein neuer Anlauf zur Eliminierung des ehemaligen Restaurants bevor.

«Herausforderung» für Architekten

Es ist nicht das erste Projekt, für welches Meinrad Müller, Architektur und Bauleitung AG, möglichst noch dieses Jahr das Baugesuch einreichen will; das Baugespann diente vorerst als Orientierungshilfe für die Begutachtung der Stadtbildkommission, mit welcher er eng zusammenarbeitet.

Denn der Standort für einen Neubau hier sei «heikel», geradezu eine «Herausforderung», sagt der erfahrene Architekt. Er hat schon für den Vorbesitzer der Liegenschaft an diesem Objekt «geübt».

Die erste Planungsphase geht indes auf 1991 zurück. Damals wurde vorgesehen, einen dreiteiligen Baukörper mit vier Geschossen und Dachausbau sowie dahinter im Umfeld von Ziegelrain, Aavorstadt und Nagelrain eine weitere Häuserzeile, zweistöckig mit Tiefgarage, zu platzieren.

Eine insgesamt massige Überbauung, die dann aber nicht realisiert wurde. Im Jahr 2000, als die Stadt mit der Planungsstudie Ziegelacker West einen Grob-Masterplan lancierte, wurde auch das «Schwyzerhüsli» einbezogen und verschiedene Varianten für eine Überbauung dieser und benachbarter Parzellen ausgearbeitet, ebenfalls mit recht grossen Volumen.

Kubus mit Flachdach

Nach der Übernahme der Liegenschaft «Schwyzerhüsli» konzentrierte sich Meinrad Müller jedoch nur noch auf dieses Areal. Hier plant er nach dem Abbruch nicht einen «historisierenden», sondern einen «zeitgenössischen Bau», der sich allerdings massstäblich in die Umgebung einpassen soll.

Trotzdem wird das Bauvorhaben in Lenzburg wohl zu reden geben. Vorgesehen ist ein Kubus mit Flachdach und «Lochfassade», das heisst mit vielen relativ kleinformatigen Fenstern und hohem muralem Anteil.

Das Projekt sieht im Parterre eine Laden-/Gewerbefläche vor und zwei Geschosse mit Wohnungen von zwei und dreieinhalb Zimmern, zudem auf dem Dach eine Attika-Zweieinhalbzimmerwohnung. Diese wird zurückversetzt, sodass der Baukörper in der Anmutung nicht höher als das Nachbargebäude «Eschenmoser» wirkt.

Die Oberkante des Hauptgebäudes liegt denn auch unter der Traufe der benachbarten Liegenschaft. Der Verzicht auf ein Satteldach trägt ebenfalls dazu bei, das Volumen zu reduzieren, ebenso wie ein Absatz und die Abschrägung entlang der Strassenflucht. Ziel ist die Fertigstellung im Frühjahr/Sommer 2012.