Manche Dinge ändern sich nicht. Oder sie wiederholen sich. So wie Ruedi Suters Auftritt. Der Rektor der Berufsschule Lenzburg hat schon 1994 an der Chlausmärtzusammenkunft vor den versammelten Gemeindeammännern, Gemeindeschreibern und Gerichtspräsidenten eine Rede gehalten.

Ein zeitloser Beruf

23 Jahre später findet auch er: «Eigentlich sind die Themen immer die gleichen geblieben.» Und doch hat er einiges gefunden, dass sich verändert hat. Aus der Schule ist ein Zentrum mit verschiedenen Einheiten geworden. Die Digitalisierung hat Einzug gehalten. «Ein Polymechaniker muss heute nicht mehr selber an einem Stück Metall feilen, sondern einen Computer so programmieren, dass dieser die Arbeit ausführt.»

Diese Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Suter berichtet von einer Studie, nach der 65 Prozent der heutigen Primarschüler später einen Beruf ergreifen werden, den es heute noch gar nicht gibt. Da dränge sich eine Frage auf: «Bilden wir das Richtige aus?» Einer, der einen zeitlosen Beruf ergriffen hatte, trat nach dem Imbiss mit langem, weissen Bart auf. Da in den Gemeinden auch dieses Jahr das eine oder andere Malheur zu wenig gut vertuscht wurde, hatte der Chlaus genügend Anekdoten.

Beispielsweise über Holderbank, wo für 50'000 Franken eine Wasserleitung ersetzt wurde und zu spät auffiel, dass die Leitung bereits vor fünf Jahren ausgewechselt wurde. Spezielles hatte der Chlaus aus Schafisheim zu berichten. Dort habe der Gemeinderat einen Pilotversuch gewagt und die Gemeinde an Coop verkauft. «Schafisheim ist somit die erste Prix-Garantie-Gemeinde in der Schweiz. Steuern werden neu mit Superpunkten bezahlt.» Des Weiteren haben sich in Rupperswil mehrere Leute an einer Jazz-Matinée verletzt und die Niederlenzer können gut jodeln.

Spatenstich für neuen Bahnhof

Stadtammann Daniel Mosimann orientierte sich am amerikanischen Präsidenten für seine Ansprache und streute ein paar Fake News. Er habe gehört, dass Staufen bald Fusionsgespräche mit Lenzburg aufnehmen wolle, deshalb sei der Gemeindeschreiber Mike Barth der Zusammenkunft ferngeblieben.

Gute Neuigkeiten hatte Mosimann auch für die Pendler: «Am Zapfenstreich findet der Spatenstich für den neuen Bahnhof statt.» Am meisten Lacher erntete sein Spruch über den Goffersberger, der am Anlass ausgeschenkt wurde. «Der Wein wird mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.»