Schafisheim

Schafisheim: Investor baut Hotel mit 81 Zimmern

Die Schafisheimer «Schore»-Beiz (Mitte) wird abgerissen und das Gelände mit einem Hotel überbaut. Foto: Emanuel Freudiger

Vor dem Abbruch:

Die Schafisheimer «Schore»-Beiz (Mitte) wird abgerissen und das Gelände mit einem Hotel überbaut. Foto: Emanuel Freudiger

Am Schafisheimer «Schoren»-Knoten baut die Sauerländer Immobilien AG ein Hotel mit 81 Zimmern, Café und Tiefgarage. Das vierstöckige Hotel entsteht auf dem Areal der alten «Schore»-Beiz, die abgerissen wird.

Der Wirtschaftsboom an der Achse Lenzburg-Schafisheim-Hunzenschwil wird durch ein weiteres Grossprojekt angetrieben: Nebst dem Coop-Verteilzentrum sowie anderer Vorhaben entsteht am Schafisheimer «Schoren»-Knoten ein Hotel mit 81 Zimmern, Café und Tiefgarage. Der Gemeinderat hat ein entsprechendes Baugesuch der Aarauer Sauerländer Immobilien AG genehmigt.

Gemeindeammann Adolf Egli freut sich über das Projekt. «Das Hotel ist für Schafisheim von grosser Bedeutung», sagt Egli. «Die Lage beim Industriegebiet ist zudem für uns sehr gut.»

Wann die Bagger auf dem Gelände bei der Kreuzung Aarauer-/Seetalstrasse auffahren, ist noch nicht bekannt – auch nicht, wann die ersten Gäste die Hotellobby betreten werden. Bei der Sauerländer Immobilien AG war gestern wegen Auslandabwesenheit niemand für weitere Auskünfte erreichbar. Somit bleibt vorerst auch unklar, wie viel der Hotelkomplex kostet, wie viele Arbeitsplätze in Schafisheim entstehen und wer schliesslich den Betrieb führt. Unbekannt ist auch der Name. Es kursieren die Bezeichnungen «Hotel Schafisheim» und «Hotel Schoren».

Zwei Einwendungen vom Tisch

Das neue viergeschossige Hotel entsteht auf dem Areal der alten «Schore»-Beiz, wo seit Jahren kein Bier mehr gezapft wird. Die Gaststube ist verkommen, die Fassade bröckelt und ist zugepflastert mit Plakaten. Eine Renovation kam für die Erbengemeinschaft Plinio Doninelli als Besitzerin nicht infrage. Die Erben verkauften deshalb das Areal an die Sauerländer Immobilien AG – unter der Bedingung, dass die Baubewilligung erteilt wird.

Dies ist nun geschehen, wenn auch mit einigen Stolpersteinen. Denn gegen das Baugesuch von Anfang November 2011 waren zwei Einwendungen eingegangen: Ein Nachbar befürchtete Lärm und Schattenwurf durch das Hotel und ortete zudem Probleme bei der Erschliessung. Ein zweiter Bürger sorgte sich um Bäume, die eventuell auf dem Areal gefällt werden müssen.

Diese Einwendungen sind nun vom Tisch: Laut Bauverwaltung hat der Gemeinderat die Einwendung wegen der Bäume zurückgewiesen, da der Urheber in einem anderen Ortsteil wohnt und deshalb nicht zur Beschwerde legitimiert ist. «Die zweite Einwendung wurde zurückgezogen, weil für die Hotel-Erschliessung bereits Lärmschutzmassnahmen geplant sind», sagt Bauverwalter Christoph Schnegg.

Erschliessung ist eine Knacknuss

Die Erschliessung war eine der grössten Knacknüsse des Hotel-Projektes: Denn vor allem zur Stosszeit ist der «Schoren»-Knoten häufig überlastet. Weil sich hier mit der Aarauer- und Seetalstrasse zwei Kantonsstrassen kreuzen, war auch das Baudepartement eingebunden – und auch dort sorgte die Erschliessung des Hotels für einige Diskussionen.

Der Kanton hat das Hotel-Projekt schliesslich unter der Auflage bewilligt, dass aus Richtung Lenzburg kommende Gäste bereits beim Jumbo links abbiegen müssen, um über den dahinterliegenden Dammweg das Hotel zu erreichen. Der Dammweg wird bis zur Seetalstrasse – und damit zum Hotel – verlängert. Gäste, die vom Autobahnzubringer kommen, biegen nach der «Schoren»-Kreuzung rechts zum Hotel ab. Die Ausfahrt liegt an der Seetalstrasse.

Laut Gemeindeammann Adolf Egli wird das neue Hotel die bereits heute grossen Verkehrsprobleme am «Schoren»-Knoten nicht verschärfen. Dieser Meinung ist auch Bauverwalter Christoph Schnegg: «Der zusätzliche Verkehr durch das Hotel fällt verglichen mit dem Coop-Verteilzentrum kaum ins Gewicht.»

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