Hunzenschwil/Schafisheim
Den «Kastanienbaum»-Forellen geht die Luft aus ‒ deshalb braucht es nun eine Stromleitung zur Fischzucht

Die Forellen des Hunzenschwiler Gasthofs Kastanienbaum brauchen mehr Sauerstoff. Für ihr Überleben müssen nun bauliche Veränderungen vorgenommen werden.

Florian Wicki
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Die Fischzucht des Hunzenschwiler Gasthofs Kastanienbaum in Schafisheim

Die Fischzucht des Hunzenschwiler Gasthofs Kastanienbaum in Schafisheim

Zvg

Die schönen Sommertage aktuell haben nicht nur ihr Gutes. Je mehr die Temperaturen steigen, desto grössere Sorgen macht sich Andres Brändli vom Hunzenschwiler Gasthof Kastanienbaum um die restauranteigene Forellenzucht.

Die Fische schwimmen in einem Teich im Wald südwestlich von Schafisheim, rund zwei Kilometer vom «Kastanienbaum» entfernt. Für dieses Grundstück sind zwei Baugesuche pendent. Es sei kompliziert, erklärt Brändli am Telefon. Das Grundstück der Fischzucht und der dazugehörigen Waldhütten sei auf Schofiser Boden, der Wald gehöre aber der Ortsbürgergemeinde Hunzenschwil. Und weil sich das ganze ausserhalb des Siedlungsgebiets befindet, hat auch der Kanton ein Wörtchen mitzureden, genauer die Abteilung Wald des Departements Bau, Verkehr und Umwelt.

Hier steht die Forellenzucht:

Eines der beiden Baugesuche ist derzeit gerade beim Kanton hängig und dreht sich um die Waldhütten neben dem Teich, die aktuell als Geräteschuppen dienen. Sie stammen aus urähnigen Zeiten und seien von den Vorbesitzern illegal im Wald gebaut worden, so Brändli. Das habe man halt früher so gemacht. Deshalb muss eines der beiden Gebäude abgerissen werden. Das andere – baufälligere – der beiden soll anschliessend durch ein legales, bewilligtes Gebäude ersetzt werden.

Die Hütte braucht mehr Strom

Das zweite Gesuch liegt seit vergangenem Donnerstag und bis Mitte Juli bei der Bauverwaltung Schafisheim öffentlich auf. Darin geht es um eine Stromleitung, die Brändli rund 70 Zentimeter unter die Erde verlegen will.

Dabei gibt es laut Brändli momentan zwei denkbare Szenarien: Zusammen mit Energie Hunzenschwil versuche man nach Möglichkeit, die Leitung gleich an einer bestehenden Leitung in der Strasse anzuschliessen. Wenn das nicht geht – und das ist eine realistische Option, ist diese Leitung doch auch schon älter und entsprechend nicht sehr gut gekennzeichnet –, müsse man eine neue Leitung in die Strasse von der Waldhütte in Richtung Norden bis zum Fischweiher verlegen.

Mehr Wärme gleich weniger Sauerstoff gleich weniger Fische

Der zusätzliche Strom wird für die Fischzucht benötigt, und das aus Gründen der globalen Erwärmung: Die Schweiz erlebe dadurch immer mehr und längere Hitzeperioden, so Brändli.

Das wärmere Wasser trage weniger Sauerstoff in sich, wovon die Regenbogenforellen der Zucht aber gerade im Wachstum eher mehr denn weniger benötigen. So habe die Zucht in letzter Zeit auch Verluste im Forellen-Bestand hinnehmen müssen.

Bald auch in der «Burestube» frische Fische?

Deshalb will Brändli nun eine Pumpe anschaffen, vergleich mit jener eines Aquariums, um den Sauerstoffgehalt im Wasser zu erhöhen. So sollen im «Kastanienbaum» auch weiterhin fangfrische Forellen aus eigener Zucht auf der Karte stehen können.

Der Gasthof Kastanienbaum in Hunzenschwil

Der Gasthof Kastanienbaum in Hunzenschwil

Nadja Rohner / Aargauer Zeitung

Übrigens soll auch das Buchser Traditionsrestaurant Burestube, das zweite Lokal, an dem Brändli zusammen mit Andy Zaugg beteiligt ist, dereinst solchen frischen Fisch anbieten.

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