Lenzburg
SBB sanieren Bahnübergänge, die zweimal täglich befahren werden

Die vier Seetalbahn-Übergänge beim Bahnhof Lenzburg sind zu wenig sicher. Lokführer hatten die Situation als «gefährlich» taxiert.

Pascal Meier
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Der Bahnübergang, den die zwei Passanten benutzen, wird besser gesichert. Ebenfalls verbessert werden die drei Seetalbahn-Übergänge weiter hinten.

Der Bahnübergang, den die zwei Passanten benutzen, wird besser gesichert. Ebenfalls verbessert werden die drei Seetalbahn-Übergänge weiter hinten.

Pascal Meier

Die Lokführer der Seetalbahn müssen beim Bahnhof Lenzburg besonders gut aufpassen. Das empfiehlt der Verband Schweizer Lokomotivführer und Anwärter (VSLF) seinen Mitgliedern.

Drei Bahnübergänge in der Nähe des Bahnhofgebäudes seien «nicht genügend gesichert» und die Situation deshalb «gefährlich.» Das schreibt die VSLF-Sektion Hauenstein-Bözberg, in deren Gebiet der Bahnhof Lenzburg liegt, auf seiner Internetseite.

Betroffen sind laut dem Lokführer-Verband folgende vier Übergänge, die weder durch Barrieren noch Leuchtsignale gesichert sind: der Bahnübergang bei der Neuen Aargauer Bank.

Dieser wird vor allem von Taxifahrern befahren, deren Standplätze in unmittelbarer Nähe des Überganges liegen. Auch Fussgänger nutzen den Übergang auf ihrem Weg vom bzw. zum Bahnhof.

Der Bahnübergang, wo die Bahnhofstrasse in die Murackerstrasse mündet (zwischen Bahnhof und Post).

Der Übergang weiter westlich davon, der vor allem von Fussgängern auf dem Weg zu den Veloständern und der Park+Ride-Anlage benutzt wird.

Und schliesslich der Bahnübergang etwa 250 Meter westlich des Bahnhofgebäudes, der als Zufahrt zur Park&Rail-Anlage und für den Freiverlad dient.

Die SBB bestätigen auf Anfrage die Darstellung des Lokführer-Verbandes. «Die vier Bahnübergänge entsprechen nicht dem SBB-weiten Standard», sagt Mediensprecher Daniele Pallecchi. Der Auftrag für die Sicherung sei erteilt, der Termin für die Umsetzung aber noch bestimmt.

«Es laufen noch Abklärungen zwischen SBB und der Stadt Lenzburg», sagt Pallecchi weiter. «Eventuell werden punktuell noch das Bundesamt für Strassen sowie das kantonale Departement Bau, Verkehr und Umwelt beigezogen.» Wie genau die Übergänge gesichert werden, sei unklar. «Im Vordergrund stehen Drehleuchten, Ampeln oder temporär Warnpfiffe.»

Nur zweimal täglich befahren

Die ungesicherten Seetalbahn-Übergänge beim Lenzburger Bahnhof sind seit Jahren ein Thema. Lokführer hatten diese laut VSLF bereits 2012 den SBB gemeldet.

Warum wird erst jetzt gehandelt? «Die Situation wird seit 2012 von SBB und Stadt Lenzburg beobachtet», sagt Daniele Pallecchi dazu – und relativiert: «Die betreffenden Bahnübergänge werden in der Regel zweimal pro Tag während Rangierfahrten von leeren Zügen befahren; dies vor oder nach der Hauptverkehrszeit.»

Beim Lokführerverband ist man dennoch erleichtert, dass nach drei Jahren gehandelt wird. Auch wenn die Übergänge hinter der Endstation der Seetalbahn liegen und kaum befahren sind, bestehe Handlungsbedarf: «Gefährliche Situationen können immer entstehen, egal ob ein Übergang einmal oder mehrmals täglich befahren wird», sagt Matthias Wey, Präsident der VSLF-Sektion Hauenstein-Bözberg.