Lenzburg

SBB baut in Lenzburg neue Weichen, damit die S3 öfters fährt

Das freut die Zugspassagiere: Die Kapazität der Bahnlinie zwischen Lenzburg und Killwangen soll erhöht werden.Mario Heller

Das freut die Zugspassagiere: Die Kapazität der Bahnlinie zwischen Lenzburg und Killwangen soll erhöht werden.Mario Heller

Ab 2022 fährt die S-Bahn zwischen Aarau und Zürich zur Stosszeit im Halbstundentakt. Dafür wird der Güterverkehr im Aargau verlagert. Umgebaut wird auch die Verzweigung Gexi in Lenzburg.

Pendeln zwischen der Region Aarau-Lenzburg und Zürich ist kein Zuckerschlecken. Die Züge sind oft voll. Eng wird es zur Stosszeit auch in der S3: Die S-Bahn von Aarau via Heitersberg-Tunnel nach Zürich gehört zu den am stärksten ausgelasteten Linien im Aargau. Das Problem: Die S3 verkehrt wegen Engpässen zwischen Rupperswil, Lenzburg und Mägenwil nur im Stundentakt. Engpässe gibt es hier auch beim Güterverkehr.

Dieses Problem wird voraussichtlich mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022 gelöst: Die S3 soll dann zur Stosszeit als S11 im Halbstundentakt verkehren, was ein grosses Anliegen von SBB, Bund und Kanton Aargau ist. Möglich wird dies durch die Verlagerung des Güterverkehrs im Aargau: Die Ost-West-Linie vom Rangierbahnhof Limmattal nach Aarau führt neu über Baden–Brugg–Rupperswil statt die Heitersberg-Linie. Die Güterzüge auf der Nord-West-Route fahren künftig vom Bözberg-Tunnel über Brugg nach Birr. Von dort führt ein neues Gleis nach Mägenwil («Schlaufe Mägenwil»), wo die Güterzüge durch den Heitersberg das Limmattal erreichen. Beide Linien umfahren so das Nadelöhr in der Region Lenzburg. Damit wird zwischen Mägenwil, Lenzburg und Rupperswil Kapazität für die halbstündliche S3 frei.

Gesamtkosten von 150 Millionen

Gebaut wird auch auf dem Gemeindegebiet von Lenzburg, Hendschiken und Othmarsingen: Die SBB optimieren die Gleisanlage bei der Verzweigung Gexi. Dank zusätzlichen Weichen können Züge zwischen Lenzburg und Heitersberg bzw. dem Freiamt flexibler verkehren. Der Fahrplan wird so stabiler.

Baubeginn im Gexi ist voraussichtlich im Herbst 2018. Seit gestern liegen die Pläne der SBB in den betroffenen Gemeinden auf. Demnach dauern die lärmintensiven Arbeiten rund 10 Monate. Die Arbeiten finden wenn möglich tagsüber von Montag bis Freitag statt. Weil der Bahnverkehr normal läuft, wird auch nachts und am Wochenende gearbeitet. Die SBB informiert die Anwohner über die Auswirkungen.

Läuft alles nach Plan, werden die neuen Weichen im Dezember 2019 in Betrieb genommen. Die Kosten belaufen sich auf rund 10 Millionen Franken. Das ganze Bauprojekt «Rupperswil-Mägenwil: Leistungssteigerung» soll auf den Fahrplanwechsel 2022 abgeschlossen sein. Dieser Termin ist jedoch abhängig von weiteren Bauprojekten entlang der intensiv befahrenen Ost-West-Achse im Mittelland.

Die Gesamtkosten des Grossprojekts sind auf rund 150 Millionen Franken veranschlagt. Nebst den zusätzlichen Weichen im Gexi und dem neuen Gleis zwischen Birr und Mägenwil kosten auch Lärmschutzmassnahmen im Korridor Killwangen-Brugg-Rupperswil viel Geld: Die SBB werden Lärmschutzwände mit einer Gesamtlänge von über drei Kilometern bauen. Zudem müssen mehrere hundert Fenster von Häusern durch Lärmschutzfenster ersetzt werden.

Langfristig behoben sind die Engpässe zwischen Aarau und Zürich mit dem Ausbau nicht. Es braucht laut SBB weitere Massnahmen.

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