Die Umwandlung des Gemeindeverbandes Regionale Technische Betriebe (RTB) Wildegg in eine Aktiengesellschaft wird an den Gemeindeversammlungen in Niederlenz und Möriken-Wildegg für heisse Diskussionen sorgen. Während die beiden Ammänner hinter der Umwandlung der Rechtsform des Energieversorgers stehen, hat sich mit zwei ehemaligen RTB-Präsidenten prominenter Widerstand gebildet, wie ihre Stellungnahme in der AZ von gestern zeigt. Doch das Traktandum 4 ist nicht der einzige gewichtige Entscheid, den die Stimmbürger morgen an der Sommergmeind in Niederlenz treffen müssen. Nach der Diskussion um die künftige Rechtsform der RTB entscheiden sie auch über die Zukunft der Schule.

Die Ausgangslage: Die Gemeinde Niederlenz muss im Rahmen der laufenden Schulraumplanung die Schulanlage Rothbleicherain erneuern. Neben der Behebung von baulichen Mängeln soll das Schulhaus auch modernisiert werden, damit ein zeitgemässer Schulbetrieb möglich ist. Dafür beantragt der Gemeinderat an der Sommergmeind vom Freitag einen Kredit über 5,8 Millionen Franken. Der Gemeinderat entschied sich aus wirtschaftlichen Gründen gegen einen Neubau und folgte damit dem Antrag der Schulpflege, wie es in der Einladung zur Gmeind heisst. Die Sanierung will die Gemeinde über eine Kapitalaufnahme finanzieren. Eine Erhöhung des Steuerfusses (aktuell bei 117 Prozent) schliesst der Gemeinderat gemäss Einladung nicht aus. «Die Baukommission leistete gute Arbeit und trennte Wünschbares vom Notwendigem», sagt Gemeindeammann Jürg Link auf Anfrage. Ein Blick in die Finanzplanung zeige, dass der Kredit für die Gemeinde verkraftbar sei.

Bauzeit massiv reduziert

Durch die Sanierung soll das Gebäude erdbebensicher gemacht werden und im Dachgeschoss zwei zusätzliche Klassenzimmer erhalten. Im Untergeschoss sollen zwei neue Klassenzimmer mit je einem Gruppenraum die bisherigen Hauswirtschaftsräume ersetzen. Im Erdgeschoss erhalten die Klassenzimmer neu drei Gruppenräume und im ersten Stock sind fünf Musikzimmer anstelle der bestehenden Musikräume vorgesehen. Zudem sollen neben Brandschutzmassnahmen unter anderem die Fenster ersetzt und die Räume im Allgemeinen, die Böden, die Beleuchtung und die WC-Anlagen erneuert werden.

Aufgrund der Massnahmen für die Erdbebensicherheit können die Arbeiten nicht pro Stockwerk durchgeführt werden wie ursprünglich geplant. Die Schüler können deshalb während der Sanierung nicht im Schulhaus Rothbleicherain bleiben. Drei Schulabteilungen zügeln in das bestehende Containerprovisorium; vier Abteilungen würden im Schulhaus und drei in der Villa des Berufsbildungszentrums BBZ (Gartenbauschule) unterrichtet werden. «Damit können die Gefahren von einem gleichzeitigen Schul- und Baubetrieb eliminiert werden, und die Bauzeit kann von ursprünglich rund drei Jahren auf rund 15 Monate massiv verkürzt werden», schreibt der Gemeinderat in der Botschaft. Stimmen die Niederlenzer dem Antrag zu, könnten die Vorbereitungsarbeiten schon diesen Sommer beginnen. Im Oktober 2021 könnten die Arbeiten abgeschlossen werden.

Zu guter Letzt befinden die Niederlenzer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger auch über die Rechnung 2018, die mit einem Überschuss von 373'000 Franken abschliesst.