Niederlenz

Sanierung der Staufbergstrasse: Peinliche Messpanne führt zu Verzögerung

Verkehr auf der Staufbergstrasse ärgert die Anwohner. (Archiv)

Verkehr auf der Staufbergstrasse ärgert die Anwohner. (Archiv)

Die Anwohner der stark belasteten Staufbergstrasse müssen weiter auf eine Beruhigung warten.

Eigentlich sind sich alle einig. Auf der Staufbergstrasse, der Verbindung zwischen Niederlenz und dem Industriequartier in Lenzburg, muss etwas passieren. Doch es gibt immer wieder Rückschläge. Der neueste ist speziell aussergewöhnlich: Es ging wieder über ein halbes Jahr verloren, weil Lärmmessungen und Verkehrszählungen zwar gemacht wurden, aber nicht ausgewertet werden konnten. «Weshalb die Auswertung, die wir üblicherweise problemlos und in kurzer Zeit durchführen, nicht funktioniert, ist uns nicht klar, und die mangelnde Unterstützung des Lieferanten frustriert uns», schreibt das beauftragte Unternehmen. Die Situation ist derart verkachelt, dass die Messungen in diesen Wochen nochmals durchgeführt werden müssen. Der Gemeinderat schreibt in einem Protokollauszug vom 7. Januar, es sei ihm «ein grosses Anliegen, schnellstmöglich die ausgewerteten Daten vorliegen zu haben, damit in diesem wichtigen Projekt weitergearbeitet werden kann».

Der politische Druck ist erheblich: Im letzten Frühling ist eine Petition mit 177 Unterschriften eingereicht worden. Deren Hauptinitiant, Anwohner Luca Cirigliano, verliert langsam die Geduld. «Ich finde es völlig inakzeptabel, dass die Massnahmen erst 2022 umgesetzt sein werden.» Er zweifelt am politischen Willen, schnellstmöglich etwas zu tun: «Was wurde denn bisher gemacht? Die Planung zu einer Verkehrsberuhigung liegt ja schon seit 2004 vor. Und die Frist für die Sanierung ist 2018 abgelaufen.»

Sogar Bund spielt eine Rolle

Grundsätzlich hat der Gemeinderat schon vor Jahren beschlossen, auf der Staufbergstrasse Tempo 30 einzuführen. Die Strasse führt durch ein Wohnquartier. Sie wird zunehmend als Schleichweg benutzt. Es gibt neuerdings immer wieder Stauerscheinungen. Und die Anwohner klagen über die Emissionen der vielen Lastwagen. Unter anderem der Fahrzeuge, die zur Firma Kies Lenz AG unterwegs sind. Einer Aktennotiz ist zu entnehmen, dass der Gemeinderat bei der Firma vorstellig geworden ist und eine bessere Ladesicherung beispielsweise mit Planen gefordert hat. Anwohner wie Luca Cirigliano berichten, die Staubimmissionen auf der Staufbergstrasse würden nach wie vor anhalten.

Die Einführung von Tempo 30 ist blockiert, weil sie Teil des Agglomerationsprogramms Aargau-Ost ist, das der Bundesrat nicht mitfinanzieren will. Die Debatte in den eidgenössischen Räten steht noch aus. Ein erster Kommissionsentscheid ist für den Aargau positiv ausgefallen.

Die Petition in Niederlenz war sehr offen formuliert und forderte einfach Massnahmen für die Staufbergstrasse sowie den Zubringer. Was für Massnahmen das seien, bleibe der Gemeinde überlassen. Für Luca Cirigliano kommen neben Tempo 30 auch bauliche Massnahmen infrage. Wie einer Aktennotiz vom November – damals war die Panne mit der Lärmmessung noch nicht bekannt – zu entnehmen ist, hat sich der Gemeinderat für 2019 die Planung der Gesamtsituation vorgenommen. Ab 2020 soll mit verkehrsberuhigenden Massnahmen begonnen werden. Als Abschluss wird «ca. 2022» genannt. Ganz allgemein heisst es in der Aktennotiz: «Ein Strassenrückbau beansprucht generell viel Zeit.»

Aber der Gemeinderat scheint jetzt gewillt, Druck zu machen. An die Adresse der Firma, die die Emissionen misst, schreibt er (Protokollauszug vom 7. Januar): «Die ausgewerteten Daten haben bis spätestens 31. Januar 2019 dem Gemeinderat Niederlenz vorzuliegen. Es wird kein weiterer Aufschub geduldet.»

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