Lenzburg

Sanierung der Schlossmauer: Gerüst soll bis Herbst verschwinden

Projektleiter Rainer Kaufmann zeigt auf dem Gerüst einen losen Stein der Südwestmauer des Schlosses.

Projektleiter Rainer Kaufmann zeigt auf dem Gerüst einen losen Stein der Südwestmauer des Schlosses.

Nach vertieften Abklärungen starten nun die Sanierungsarbeiten an der Schlossmauer in die intensive Phase. Läuft alles glatt, kann das Gerüst im Herbst demontiert werden. Die heute beginnende Besuchersaison ist nicht tangiert.

Heute öffnen die Museum-Aargau-Schlösser ihre Pforten für Besucher. Trotz der teilweise eingerüsteten Schlossmauer ist auch die Lenzburg bereit. Lediglich der Schlossweg ist im Bereich des Gerüstes aus Sicherheitsgründen nach wie vor gesperrt.

«Der Foxtrail wurde leicht angepasst und steht auch heuer wieder zur Verfügung», hält Christoph Hofstetter als Aktuar der Stiftung Schloss Lenzburg fest. So kann man bei dieser relativ jungen und bei Abenteuerlustigen besonders beliebten Attraktion auch 2015 auf «Fuchsjagd» gehen.

Während die Ausflügler oben im Schloss auf historische Entdeckungsreise gehen, laufen an der Südwestseite des Schlosshügels die Sanierungsarbeiten an Schlossfelsen und Schlossaussenmauer auf Hochtouren. Nachdem sich im Herbst 2013 einige Steine gelöst hatten, wurde im letzten Sommer ein grosses Baugerüst aufgestellt, um den Fachleuten die Möglichkeit zur genauen Untersuchung zu geben. Im letzten Herbst wurde ein Abschnitt des Schlossrundwegs fürs Publikum gesperrt.

In den letzten Monaten beurteilten Fachleute von Kantonsarchäologie, Denkmalpflege, Statik und Bau die Situation. Danach schufen sie ein Bau- und Sanierungsprogramm, um künftig die Sicherheit gewähren zu können. Nachdem bereits erste sogenannte Metall-Anker im von der Witterung zerklüfteten Fels und Mauerwerk montiert wurden, geht es nun um die Detailarbeiten.

Kosten von 1,3 Millionen Franken

«Die gesamten Mauerflächen werden abgeklopft, kontrolliert und gereinigt; lose Steine vorsichtig entfernt und neu eingemauert», schreibt die Stiftung in einem Communiqué. Bei einer Besichtigung vor Ort rechnete Ingenieur Rainer Kaufmann, der zuständige technische Projektleiter, Bauleiter und Statiker «mit rund 2100 Mannstunden an Arbeiten».

Sandro Hächler, Projektleiter bei Immobilien Aargau im Departement Finanzen und Ressourcen, hofft, dass der vom Regierungsrat bewilligte Kredit von 1,3 Millionen Franken, der vertragsgemäss zu einem Viertel von der Stadt Lenzburg berappt werden muss, eingehalten werden kann. Dazu müssen die Arbeiten planmässig vorankommen, was angesichts der zahlreichen Risse und losen Brocken keineswegs sicher scheint. Hächler: «Wir wollen im Jahr 2015 möglichst weit kommen. Spätestens im nächsten Frühling wird das Gerüst abgebaut.»

Eine wesentlich optimistischere Prognose gibt Projektleiter Kaufmann ab: «Unser Ziel ist es, im Oktober das Gerüst wieder demontieren zu können. Vielleicht gibt es anschliessend noch einige Spezialarbeiten.» Der Experte weiss jedoch auch: «Die Arbeit an Natursteinen ist keine exakte Wissenschaft; die Leute müssen flexibel sein.» Das heisst: Man muss auf Überraschungen gefasst sein.

Die Arbeiten wurden an die Staufner Firma Zuckschwerdt Bau AG vergeben. Sie ist spezialisiert auf die Sanierung von historischen Gemäuern. Dazu gehört der Einsatz von speziellem Mörtel, mit dem die Fugen ausgeschlagen werden. Jeremias Zuckschwerdt leitet die Handwerker vor Ort und bei ihm spürt man Engagement und Begeisterung: «Damit sich Stein und Mörtel gut verbinden, braucht es eine bestimmte Temperatur.» Aus diesem Grund kann erst jetzt im Frühling zügig zugearbeitet werden. Auf dass die Schlossmauern bald wieder in neu-altem Glanz erstrahlen.

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