Staufen
Sackgeldbörse Region Lenzburg: Nach der Arbeit gibts noch ein Zvieri

Die genzjährige Sackgeldbörse ist in den (Frühlings)-Ferien besonders gefragt. Arbeitgeberin Simone Barazzutti aus Staufen hat das ganze Jahr hindurch Jobs zu verteilen. Nebst dem Lohn verteilt sie den Jugendlichen noch ein Zvieri.

Barbara Vogt
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Simone Barazzutti ist froh, wenn sie im Garten unterstützt wird. ba

Simone Barazzutti ist froh, wenn sie im Garten unterstützt wird. ba

Barbara Vogt

Im Garten von Simone Barazzutti (38) blühts und spriesst. Der Rasen wächst, der erste Schnitt steht an. Die Lehrerin und Mutter von drei Mädchen findet jedoch keine Zeit, mit dem Rasenmäher ums Haus zu kurven. Deshalb wird sie sich auch dieses Jahr wieder bei der ganzjährigen Sackgeldbörse der Jugendarbeitsstellen Lenzburg, Lotten und Seon anmelden, damit ihr ein Jugendlicher das Rasenmähen abnimmt. Das Projekt findet sie sinnvoll: ««Die Schüler lernen, dass sie etwas für ihr Geld tun müssen.»

Simone Barazzutti nimmt die Hilfe der jungen Menschen regelmässig in Anspruch: Sie rechen das Laub im Garten zusammen oder wischen die Waschküche und Garage ihres Hauses sauber. «Die Jugendlichen erledigen ihre Jobs zuverlässig. Gegen das Vorurteil, sie seien faul oder frech wehrt sie sich: «Sie sind stets zuvorkommend und anständig.» Natürlich müsse man ihnen genaue Anweisungen erteilen, wie man den Job gerne erledigt haben möchte.

Allerdings wünscht sich Simone Barazzutti konstantere Arbeitsverhältnisse. «Am Anfang sind die Jugendlichen Feuer und Flamme für ihren Job. Ich stelle mich darauf ein, dass sie länger bei mir arbeiten. Doch mit der Zeit verlieren sie ihr Interesse und das Ganze verläuft sich im Sand.» Dafür zeigt sie gewisses Verständnis: Die Interessen der Schüler wechselten rasch. Oft hätten sie gar keine Zeit mehr, weil sie sich um eine Lehrstelle bemühen müssten.

Bei der Entlöhnung hält sich Simone Barazzutti an die Empfehlungen der Jugendarbeitsstellen (Box). Was die Jugendlichen immer freut, denn sie rechnen mit weniger Geld. Darüber hinaus offeriert die Arbeitgeberin ihnen ein Znüni, «als Zeichen der Wertschätzung.»

Über die Webseite können private Arbeitgeber oder Firmen ihre Jobs aufgeben. Weil die Jugendarbeitsstellen die Jobangebote einmal in der Woche überprüfen, können die Arbeiten nicht kurzfristig vergeben werden, sagt Carmen Rüeger, Jugendarbeiterin bei der Regionalen Jugendarbeit Lotten.

Die Jugendarbeitsstellen verteilen die Jobs an die Jugendlichen. Per Mail werden dann die Arbeitgeber kontaktiert, dass ihre Jobs vergeben sind. Allerdings müssen die Schüler selbst mit den Arbeitgebern Kontakt aufnehmen. Die einen hätten damit keine Mühe, sagt Carmen Rüeger, die anderen seien scheu und müssten motiviert werden.

Die Jobs können jedoch stets verteilt werden, da es mehr Jugendliche als Angebote hat.

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