Dintkon

Russische Familie nimmt einen neuen Anlauf: Klappt es diesmal mit der Einbürgerung?

«Ich erwarte keine Opposition. Die Familie ist gut integriert und vor einem Jahr nur knapp gescheitert.» Ruedi Würgler, Gemeindeammann

«Ich erwarte keine Opposition. Die Familie ist gut integriert und vor einem Jahr nur knapp gescheitert.» Ruedi Würgler, Gemeindeammann

Eine Familie aus Russland wurde vor einem Jahr von der Gemeindeversammlung nicht eingebürgert. Jetzt versucht sie es erneut

Auf den ersten Blick wirkt die Traktandenliste für die Gemeindeversammlung vom kommenden Dienstag in Dintikon wenig spektakulär. Wenn da die Einbürgerungen nicht wären.

Zwei Gesuche sind hängig. Eine fünfköpfige Familie aus Deutschland bewirbt sich um die Aufnahme ins Gemeindebürgerrecht. Und eine Familie aus Russland: Vater, Mutter und vier Kinder. Über diesen Antrag hatte die Bevölkerung bereits an der Wintergmeind vor einem Jahr zu befinden – und ihn abgelehnt. Mit 39 Nein gegenüber 36 Ja war das Begehr gescheitert. Zwar nur knapp, doch blieben die Stimmbürger dem Gesuchsteller eine konkrete Begründung für den negativen Entscheid schuldig. Die Familie aus Russland wollte dies nicht einfach so auf sich sitzen lassen und hat beim Regierungsrat Beschwerde gegen den Beschluss der Gemeindeversammlung erhoben. Erfolgreich. Der Kanton hat das Gesuch umgehend zurückgeschickt und eine Neubeurteilung verlangt.

Unterstützung von Nachbarn

Jetzt wagt die Familie aus Russland einen neuen Anlauf zur Einbürgerung in der Gemeinde. Mit besseren Aussichten, wie es den Anschein macht. Nicht nur der Gemeinderat empfiehlt, dem Gesuch zu entsprechen, auch die Nachbarschaft macht sie stark für die Familie. Laut Information im «Gmeindsbüechli» ist «während des Publikationsverfahrens eine positive Eingabe aus der Nachbarschaft» der Russen eingegangen. Gemeindeammann Würgler wäre denn auch über einen negativen Ausgang der Abstimmung erstaunt. «Ich erwarte keine Opposition. Die Familie ist gut integriert und vor einem Jahr nur knapp gescheitert.»

Kein Gesuch von Haki Iseinii

Tatsächlich hatte die letzte Dintiker Wintergmeind in den Medien hohe Wellen geschlagen. Die Gesuchsteller aus Russland waren nämlich nicht die einzigen, deren Einbürgerungsbegehren abgelehnt worden war. Gleichzeitig hatte das Volk Haki Iseini und seiner Familie aus Mazedonien das Bürgerrecht versagt, auch hier ohne nähere Begründung (die az berichtete darüber). Und auch Iseini hat gegen den Beschluss erfolgreich rekurriert. Auf Anfrage der az, ob er ebenfalls erneut Anstrengungen für eine Einbürgerung unternommen hat, erklärte Iseini, es müssten noch einige Dinge erledigt werden, doch möchte er sich in den Medien dazu nicht mehr weiter äussern.

Weitere Traktanden

Nebst den Einbürgerungen wird die Gmeind über ein Kreditgesuch zu befinden haben. Für 275 000 Franken will Dintikon ein Geografisches Netzinformationssystem (NIS) einführen. Das NIS erlaubt es, mit den digital vorhandenen Daten der Strom-, Wasser- und Entwässerungskataster Schemas für betriebliche Abläufe sowie Netz- und Sachdaten rasch und einfach bereitzustellen. Ebenfalls bewilligt werden muss das Budget 2017, das bei einem unveränderten Steuerfuss von 95 Prozent mit einem Verlust von 390 500 Franken schliesst.

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