Rupperswil
Rupperswiler Gemeindeschreiber: Der eine geht, der andere kommt

Für den scheidenden wie auch neuen Rupperswiler Gemeindeschreiber ist der Wechsel bedeutsam. Beide freuen sich auf ihre Zukunft, wenn diese auch ganz unterschiedlich aussieht. Eines haben sie gemeinsam: die Faszination zu ihrem Beruf.

Barbara Vogt
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Der neue Gemeindeschreiber Marco Landert freut sich auf eine gut geführte Verwaltung. bA

Der neue Gemeindeschreiber Marco Landert freut sich auf eine gut geführte Verwaltung. bA

Im Zimmer des Gemeindeschreibers hängt eine Kopie von «Terrasse du café le soir» von Vincent van Gogh. Gemeindeschreiber Hans Zuber suchte für die Einrichtung seines Büros nach einem passenden Farbtupfer.

Wenn er morgen seinen Arbeitsplatz nach 33 Jahren verlässt, lässt er das Bild hängen. Als eine Art Geschenk an seinen Nachfolger Marco Landert. «Das Bild gab mir Inspiration und Ruhe in hektischen Momenten», sagt Zuber.

Er wie Landert freuen sich auf die Zukunft, wenn diese auch ganz unterschiedlich aussieht. Eines haben sie gemeinsam: die Faszination zu ihrem Beruf.

Was für Aufgaben erwarten Sie in den nächsten Wochen?

Hans Zuber: Morgen Nachmittag findet die Amtsübergabe mit dem Gemeindeammann statt. Damit ist meine Zeit als Gemeindeschreiber vorüber. Ich habe plötzlich viel Zeit und weniger Verantwortung (lacht). Die neue Freiheit werde ich geniessen. Eine meiner neuen Aufgaben: Kochen, diese Vorliebe habe ich erst kürzlich entdeckt.

Hans Zuber

Noch-Gemeindeschreiber Hans Zuber ist 65 Jahre alt und verheiratet. Er ist der geborene Organisator von Anlässen und war in verschiedenen Organisationen aktiv. Er blickt gerne er auf seine Vorstandstätigkeit bei der Untersektion Lenzburg des Touring Club Schweiz zurück, und durch sein Engagement beim Gemeindeschreiberverband des Bezirks Lenzburg erhielt er die Ehrenmitgliedschaft. Seine Verwaltungslehre absolvierte er in Holderbank. Bevor er Gemeindeschreiber in Rupperswil wurde, arbeitete er beim Grundbuchamt Aarau, kurz in der Privatwirtschaft und acht Jahre lang als Gemeindeschreiber in Holderbank. (BA)

Marco Landert

Der künftige Gemeindeschreiber Marco Landert (40) ist verheiratet und Vater von drei schulpflichtigen Kindern. Findet er Zeit, so steigt er auf sein Motorrad. Doch sein schönster Ausgleich seien seine Familie und sein Haus in Hirschthal, sagt er. Marco Landert wuchs in Rupperswil auf. Er ist langjähriges Mitglied des Wasserfahrvereins Rupperswil. Seine Verwaltungslehre machte er in Staufen. Er sammelte Erfahrungen auf dem Bezirksamt Aarau und arbeitete als Gemeindeschreiber-Stellvertreter in Rohr sowie Oberentfelden. 2008 bis 2013 war er Gemeindeschreiber in Staffelbach. (BA)

Wieso der Ort Rupperswil als Gemeindeschreiber?

Landert: Ich fühle mich mit der Gemeinde verwurzelt, auch weil ich hier aufgewachsen bin. Aber auf die Stelle habe ich nicht gespienzelt! Mir gefiel es gut in Staffelbach, doch reizte mich eine grössere Verwaltung.
Zuber: Ich war damals Gemeindeschreiber in Holderbank. Der Wechsel in eine grössere Verwaltung war eine Herausforderung. Zudem war es wie ein Heimkommen: Ich bin in Rupperswil aufgewachsen. Hier war und ist mein Lebensmittelpunkt.

Sie sprechen mit Herzblut über Ihren Beruf.

Zuber: Die Faszination Gemeindeschreiber hat mich nie losgelassen. Wir haben einen vielseitigen Beruf und sind unsere eigenen Chefs. Mir gefiel es, Entscheide des Gemeinderates umzusetzen. Das war Pflicht. Und die Kür: Ich durfte kreativ sein. Meine Ideen für Geschenke waren gefragt.
Landert: Unser Beruf ist enorm abwechslungsreich und hat viele Facetten. Wir erleben, was im öffentlichen Leben passiert, und kommen mit verschiedensten Menschen in Berührung. Das bereichert mich und bringt mich persönlich wie beruflich weiter.

Sie haben unterschiedliche Meinungen, was den Wohnort des Gemeindeschreibers anbelangt.

Zuber: Ich bin von der alten Garde: Gemeindeschreiber sollen da leben, wo sie arbeiten. Man bekommt mehr mit, was in der Gemeinde läuft. Ich konnte mich stets gut distanzieren. Das Schönste war, dass ich zu Fuss zur Arbeit gehen konnte. .
Landert: Ich wohne mit meiner Familie seit bald zehn Jahren im Eigenheim in Hirschthal. Ein Umzug nach Rupperswil drängte sich nicht auf, dies kam auch unseren schulpflichtigen Kindern zugute. Die Distanz zum Arbeitsort stört mich nicht.

Reden Sie zu Hause über Ihre Arbeit?

Landert: Ich unterstehe dem Amtsgeheimnis. Aber ich tausche mich gerne mit meiner Frau aus. Das hilft mir, Dinge, die mich beschäftigen, loszuwerden.
Zuber: Meine Frau leitete die Einwohnerkontrolle in Rupperswil. Da diskutierten wir natürlich schon über die Arbeit. Das war bereichernd.

Sie unternahmen einen gemeinsamen Rundgang durch Rupperswil. An was erinnerten Sie sich?

Zuber: Ich erlebte unter anderem den Neubau der Sporthalle oder des Stapfenackerhauses mit. Spannend war auch die Entstehung des Auenschutzparks. Das Gemeindehaus wurde drei Mal umgebaut, da lief ich mit dem Meter umher und durfte meine Wünsche mit angeben.
Landert:Es wurden Kindheitserinnerungen wach. Mein damaliger Kindergarten blieb unverändert, aktuell ist ein Anbau- und Sanierungsprojekt im Gang. Ich staunte auch: Rupperswil ist gewachsen und hat sich unglaublich entwickelt.

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