Von Freitag bis kommenden Dienstag findet in Zürich die grösste und wichtigste Werkschau für Fotografie der Schweiz statt, die «photo18». Die Veranstaltung lockt über 25'000 Besucher an. Mehr als 200 nationale und internationale Fotografen wurden ausgewählt, um ihre Werke hier präsentieren zu können. Mit zehn Fotos mit dabei ist auch Reto Vollenweider. Er lebt in Rupperswil, ist aber in Aarau und Buchs aufgewachsen. Zur Fotografie kam der gelernte Mediamatiker und heutige Softwareentwickler erst vor etwa fünf Jahren im Zusammenhang mit seinen Reisen.

Es sind denn auch Bilder aus einem fernen Land, die er an der «photo18» zeigen wird: Sie wurden im Mai 2017 in Nordkorea aufgenommen. «Ich habe mich damals einer Reisegruppe angeschlossen», erzählt Vollenweider. «Das hat einen einfachen Grund: Man braucht Guides, um in Nordkorea herumreisen zu können. Diese schauen darauf, was man fotografiert – aber in einer Gruppe können sie nicht alle im Blick haben.» Denn in Nordkorea dürfe längst nicht alles fotografiert werden: «Tabu sind zum Beispiel leere Fabrikräume, Baustellen, Arbeiter oder militärische Checkpoints.» Es ist auch nicht erlaubt, dass auf dem Foto jemand Grimassen schneidet, während gleichzeitig die Statue eines Machthabers im Bild zu sehen ist. Reto Vollenweider betont, er habe sich aus Respekt vor der fremden Kultur an viele dieser Vorgaben gehalten – «Aber unter meinen Bildern hat es schon ein paar, an denen die Regierung keine Freude hätte.»

Für Vollenweider ist es eine Ehre, dass seine Bewerbung für die «photo18» ausgewählt worden sei. Wer es nicht an die Ausstellung schafft, kann die Bilder demnächst auch auf Vollenweiders Website (www.ruggedroads.ch) betrachten.

An der «photo18» stellen auch weitere Fotografen aus unserer Region aus: Haike Bohn (Biberstein), Ivan de Faveri, Sven Germann (Lenzburg), Lou Goetzmann (Gränichen), Lea Ladner (Aarau), René Mollet (Suhr), Luca Schaffer (Aarau) und Roland Schmid (Beinwil am See).

Bilder aus dem Alltag Nordkoreas der AP-Fotografin Wong Maye-E: