Rupperswil
Ein Stück Dorfgeschichte wird überbaut: An der Obermatt entstehen 34 Wohnungen

Der grosse Bauernhof soll zwei Neubauten weichen. Das Baugesuch liegt auf, die Profile sind ausgesteckt. Der Obstgarten dahinter wird beibehalten.

Daniel Vizentini
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Das alte Bauernhaus wird einer Grossüberbauung weichen.

Das alte Bauernhaus wird einer Grossüberbauung weichen.

Daniel Vizentini

Das Bevölkerungswachstum von Rupperswil hält an: In den letzten zehn Jahren stieg die Einwohnerzahl und fast einen Drittel auf aktuell über 5680 Personen. Zu den neuen Wohnüberbauungen dürfte bald eine weitere hinzustossen: An der Obermatt 18 und 20 sind zwei Neubauten geplant mit insgesamt 34 Wohnungen.

Das Baugesuch dafür liegt seit gestern auf. Die Aarauer Frei Architekten sind für das Projekt zuständig, als Bauherr wird ein Konsortium Obstgarten angegeben. Eigentümer sind nebst Frei Architekten auch die Aarau Zubler Immobilien, Bauingenieure die Buchser Bodmer AG.

An der Obermatt entsteht die nächste Rupperswiler Überbauung.

An der Obermatt entsteht die nächste Rupperswiler Überbauung.

Daniel Vizentini

Investiert werden laut Gesuch rund 14 Millionen Franken. Es entstehen relativ geräumige Wohnungen mit zwischen 70 und 140 m2 und zwei bis fünf Zimmern. 28 Wohnungen sind in einem rund 70 Meter langen, dreigeschossigen Mehrfamilienhaus samt Attika geplant, die grösseren sechs Wohneinheiten hingegen kommen als dreigeschossige Reiheneinfamilienhäuser entlang der Strasse zustehen, jedes mit einem kleinen, eigenen Garten.

Eine der Visualisierungen, die dem aktuellen Baugesuch beiliegen.

Eine der Visualisierungen, die dem aktuellen Baugesuch beiliegen.

zvg

Auf den Dächern sind Fotovoltaikanlagen geplant, geheizt wird über Wärmepumpen. Unter der Überbauung ist eine Tiefgarage mit 41 Parkplätzen angedacht.

Grüne Landschaftsidylle nahe bei der Autobahn

Die Wohnhäuser kommen weniger als 200 Meter Luftlinie vom Autobahnzubringer (ehemals T5) entfernt zu liegen. Die Verkehrserschliessung ist demnach gut, der Strassenlärm wird dank kleiner Waldfläche beim Dorfbach und abfallendem Gelände ferngehalten. Laut Gutachten liegen sämtliche Lärmbelastungswerte «in einem eher niedrigen Bereich».

Beim alten Bauernhof weiden noch die Schafe

Für die neue Überbauung muss ein grosser, alter Bauernhof abgerissen werden. Dort wohnte die Landwirtsfamilie Schweizer. Am Eidgenössischen Schützenfest 2010 stellte die Familie noch Hunderte Zelt-, Wohnmobil- und Strohschlafplätze auf ihrem Land zur Verfügung.

Das Haus sieht eigentlich noch intakt aus, die markante, dunkelrote Fassade zeigt keine Makel, an den Fenstern sind noch die Vorhänge, hinter dem Haus weiden zwei Schafe.

Noch gehört das Landstück den Schafen.

Noch gehört das Landstück den Schafen.

Daniel Vizentini

Eine grosse, hölzerne Scheune wurde aber schon bis auf das Betonfundament abgebrochen und die Vorgärten sind bereits etwas verwildert. Davor stehen aktuell zwei grosse Werbeblachen, die auf die künftigen Miet- und Eigentumswohnungen auf dem Gelände aufmerksam machen.

Das alte Bauernhaus «Obstgarten» wird zwei Reihen-Mehrfamilienhäusern weichen. Die Bauprofile sind ausgesteckt.

Das alte Bauernhaus «Obstgarten» wird zwei Reihen-Mehrfamilienhäusern weichen. Die Bauprofile sind ausgesteckt.

Daniel Vizentini

Auf der ganzen Parzelle sind mehrere Bauprofile ausgesteckt, darunter eines gleich beim grossen Baum am Kretenweg. Ob dieser wird weichen müssen, wird aus den Gesuchsunterlagen nicht direkt ersichtlich.

Der grosse Baum am Kretenweg mit praktisch angelehntem Baugerüst.

Der grosse Baum am Kretenweg mit praktisch angelehntem Baugerüst.

Daniel Vizentini

Das kräftige Rot des Bauernhofs bleibt erhalten

Der grosse Obstgarten hinter der Überbauung wird laut Konzept aber beibehalten. Als «besonderes und sehr attraktives Merkmal des Grundstücks» bilde er gar «die Ausgangslage für das Bebauungskonzept». Alle 28 Wohnungen des geplanten Mehrfamilienhauses sollen direkte Sicht darauf haben.

Beibehalten wird auch das markante, kräftige Rot des heutigen Bauernhauses: Diese Farbe wurde eindeutig als Referenz zum alten Bau beim aktuellen Projekt weiterverwendet. Die Aussenwände des Mehrfamilienhauses sind in rotem Sichtbackstein vorgesehen, die Fassade der Reiheneinfamilienhäuser in rot gestrichenem Holz.

Ältere Projekte sahen auch ein Weiterführen der Bögen des alten Bauernhauses vor. Auf der Webseite von Frei Architekten sind solche Visualisierungen noch zu sehen. Die eher gewagten Entwürfe dürften aber dem im aktuellen Baugesuch eingereichten, eher konventionellen Grundriss gewichen sein.

Ältere Projekte sahen Bögen vor wie beim Bauernhaus.

Ältere Projekte sahen Bögen vor wie beim Bauernhaus.

Frei Architekten
Auch die ersten Projekte fürs Mehrfamilienhaus waren klar gewagter.

Auch die ersten Projekte fürs Mehrfamilienhaus waren klar gewagter.

Bodmer Bauingenieure