Lenzburg
Rundgänge durch die grüne Gartenstadt

«Entdeckungspfad mit 27 Stationen» heisst eine neue Broschüre, welche zu bedeutungsvollen Orten in der Stadt führt.

Heiner Halder (Text und Foto)
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Jacqueline Schneeberger und Beat Fey.

Jacqueline Schneeberger und Beat Fey.

Der handliche Führer «Erlebnis Lenzburg», getextet von Beat Samuel Fey und fotografisch illustriert von Jacqueline Schneeberger Fey, orientiert in kurzen Texten über historische Aspekte von Gebäuden, Gärten und Kultur, Geologie und Römerzeit. Religiöse Aspekte berücksichtigen die Kirchen und Friedhöfe, die Wahrnehmung von Verantwortung gegenüber der Schöpfung. Ökologische Aspekte berühren Zusammenhänge, die Abhängigkeit des Menschen von der Natur und Visionen. Planerische Aspekte schliesslich betreffen Siedlungsraum und Grünbereiche.

Stadt trotz Baumboom grün

Das von Fey und zugezogenen Fachleuten akribisch recherchierte Werk bietet dem interessierten Stadtwanderer also weit mehr als die üblichen Standard-Rundgänge von Haus zu Haus im historischen Stadtkern. Entsprechend setzte der Autor die Buchvernissage denn auch draussen in der Natur, bei der Freiämterhütte auf dem Sportplatz Wilmatten an. Diese fand beim astronomischen Frühlingsanfang im Gartenjahr 2016 des Heimatschutzes statt: Geeigneter könnte der Termin zur Lancierung einer neuen Broschüre über die Gartenstadt Lenzburg kaum sein. Auch der Autor ist überzeugt: «Das Frühlingserwachen ist bestens geeignet, Lenzburg neu zu entdecken.»

Der Einbezug der Natur ist besonders verdienstvoll. Wer vom Schloss auf die Siedlung hinunter blickt, darf feststellen, dass Lenzburg trotz des Baubooms immer noch als «grüne Stadt» bezeichnet werden darf: Die Anlagen um Schloss und Stapferhaus, Müllerhaus und Burghaldenhaus, die Pärke an der Schützenmattstrasse, das romantische Klein-Venedig, die Aabachlandschaft, die Rebberge an Schloss- und Gofihängen, die zahlreichen Ziergärten in Einfamilienhaus-Quartieren.

Grün in neuen Quartieren

Fachmann Fey zählt insgesamt rund 1200 Gartenanlagen in Lenzburg, davon 1000 Ziergärten, 90 Landschaftsgärten und 15 Naturgärten. Von den 1113 Hektaren Lenzburger Bann bilden etwa 980 ha Ökoflächen – als naturnahe Bereiche wie Wiesen und Wälder. Letztere sind durch die Wald-Informations-Wege der Forstdienste Lenzia informativ schon bestens erschlossen.

Selbstverständlich wird im neuen Standardwerk auch die Entwicklung der neuen Quartiere im Lenz und auf der Widmi nicht vergessen: Da und dort wird nicht nur Beton geklotzt, sondern auch den grünen Freiräumen gebührender Platz eingeräumt. Das schmucke Bilderbüchlein wurde nach einem ursprünglichen Konzept der Stadt sowie der Natur- und Landschaftskommission entwickelt.

Zahlreiche Angaben der Publikation entstammen den Inhalten der beiden ins Alter gekommenen Rundwege Natur- und Kulturpfad Schloss- und Goffersberg (1998) und Gartenpfad Stadt und Schloss Lenzburg (2001); die zugehörigen Flyer sind vergriffen, digital indes noch zugänglich.

Unterstützung durch Ortsbürger

Die Ortsbürgerkommission hatte keine Zweifel, das Subventionsgesuch von Beat Samuel Fey spontan zu genehmigen und sich als Herausgeberin zur Verfügung gestellt. Denn das Projekt entspricht all den dazu notwendigen Kriterien, hielt Kommissionspräsidentin Barbara Gurini an der Buchvernissage fest. Die Broschüre betrifft insbesondere deren Intensionen in Bezug auf die Einbindung neu zugezogener Einwohnerinnen und Einwohner. Sie wird nicht nur zum Gratisbezug bei Tourismus Lenzburg Seetal, im Museum Burghalde und im Schloss Lenzburg aufgelegt, sondern auch der Dokumentation für die Neuzuzüger beigelegt.

«Erlebnis Lenzburg» macht der Bevölkerung die Bedeutung des Grünraumes in der zunehmend zugebauten Siedlung noch besser bewusst. Und es hilft, die grüne Gartenstadt Lenzburg zu erhalten.