Herbstmarkt Seengen

Rund 80-mal heisst es «en schöne Tag und gueti Gschäft»

Der traditionelle Herbstmarkt lockte am Dienstag wieder viel Volk an. Die az Aargauer Zeitung begleitete die Patrouille, die bei den Marktfahrern die Gebühren einzieht.

1763 erhielt die Gemeinde Seengen das Marktrecht. Zweimal jährlich – einmal im Frühling und am ersten November-Dienstag – locken Marktfahrer auf der Schul- und Oberdorfstrasse möglichst kauffreudiges Publikum an.

Seit 1993 haben die Marktfahrer in Seengen eine gleich bleibende Gebühr zu entrichten: Fünf Franken pro Laufmeter Standlänge plus 5 Franken Werbeanteil. Eingezogen wird die Gebühr auch gestern von Patric Nussli, stellvertretender Chef der Regionalpolizei Seetal, und von Beat Rölli, dem Finanzverwalter der Gemeinde.

Ausgestattet mit den Listen der angemeldeten Marktfahrer und den vorbereiteten Quittungszetteln machen sich die beiden auf den Weg zum Inkasso. «Rechts hinunter, links hinauf», einigt sich das eingespielte Duo schnell aufs Vorgehen.

Wichtige Kontaktpflege

Neben dem rein Geschäftlichen geht es bei dieser Tour auch um Kontaktpflege. Fast an jedem zweiten Stand gibt es einen Schwatz. Polizist Nussli hat schon am frühen Morgen beim Einweisen gemerkt: «Heute ist die Stimmung gut.» Vielleicht hängt dies mit dem Erfolg am Vortag (die meisten waren da in Solothurn) oder mit dem Wetter zusammen. Dieses ist mit dem Hochnebel fast ideal. «Wann schaltet ihr die Sonne ein?», fragt die Buchhändlerin zwar, doch ihr Nachbar mit den Schirmen hat andere Bedürfnisse: «Der Einzige, der sich Regen wünscht», so Nussli.

Die Tarife hier seien «noch gnädig» hört man mehrfach. Für den Seenger Finanzverwalter ist denn auch ganz klar: «Die Gemeinde macht hier – wenn man den ganzen Aufwand, etwa durchs Bauamt, betrachtet – kein Geschäft.» Als Kulturpflege wird das abgebucht.

Man kennt seine Pappenheimer. Hie und da muss Nussli Säumige daran erinnern, dass das Reglement vorschreibt, dass in jedem Stand der Name des Inhabers aufgeführt werden muss.

Einige wenige kommen auch unangemeldet, andere haben es sich in letzter Minute anders überlegt und fehlen. Rund 80 Stände sinds heute; ähnlich viele wie sonst im Herbst; im Frühling sinds in der Regel ein paar mehr. Und so bringen Nussli und Rölli 80-mal ihre Standardverabschiedung an: «En schöne Tag und gueti Gschäft».

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