«Ich bin froh, dass es eine neue Bodenheizung gibt. So hat man im Winter keine kalten Füsse.» So freut sich ein Schüler der Rudolf-Steiner-Schule über das neue Schulhaus. Der Neubau wurde nach einem Jahr Bauzeit gestern Abend eingeweiht.

Die Kosten für das Gebäude betrugen rund sieben Millionen Franken, der Kanton trug dazu zwei Millionen bei. Das Einzugsgebiet der Schule in Schafisheim reicht bis weit über die Region hinaus. An der Einweihungsfeier nahmen Bildungsdirektor Alex Hürzeler, Grossratspräsident Marco Hardmeier und Schafisheimer Gemeindeammann Adolf Egli teil.

Einweihung des Neubaus der Rudolf-Steiner-Schule in Schafisheim: Grossratspräsident Marco Hardmeier (v.l.), Gemeindeammann Adolf Eglim Bildungsdirektor Alex Hürzeler und Schulleiter Michael Poblotzki pflanzen einen Baum.

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Einweihung des Neubaus der Rudolf-Steiner-Schule in Schafisheim: Grossratspräsident Marco Hardmeier (v.l.), Gemeindeammann Adolf Eglim Bildungsdirektor Alex Hürzeler und Schulleiter Michael Poblotzki pflanzen einen Baum.

Ein schnörkelloser Bau: Wände, Treppengeländer und Pfosten aus Sichtbeton, helles Holz an Decken und Möbeln. In einem Klassenzimmer sind die weissen Papierlampenschirme Lichtquelle und Kunst zugleich. Im Eurythmiesaal sorgt ein Theaterboden für den richtigen Klang. Auffällig sind die Winkel im Gebäude, sie betragen oft nicht 90 Grad.

Spiegelt diese Bauweise die Philosophie der Schule wieder? Mario Koksch, Präsident der Stiftung Brutelgut, verneint. «Der Bau einer Rudolf-Steiner-Schule verlangt keine speziellen Regeln». Die Wahl von Sichtbeton und Holz sei vor allem aus Kostengründen getroffen worden. Der Neubau beinhaltet die Klassenzimmer für die 5. bis 8. Klasse. «Beton und Holz passen für diese Altersstufe gut, da muss es nicht mehr so heimelig sein.»

Das Herrenhaus als Vorlage

Bei der Höhe und der äusseren Gestaltung wurde der Neubau an das Herrenhaus Brutelgut auf der anderen Seite der Strasse angelehnt. Über 250 Jahre liegen zwischen den beiden Gebäuden. Der einzige noch bestehende Zweig der Hugenottenfamilie Brutel reiste zur Feier des Tages aus Holland für eine Führung an.

Mario Koksch freut sich auch über das neue Gebäude. «Mit dem Neubau sind wir als Schule innen und aussen gleichermassen attraktiv.» Es habe auch schon Wirkung gezeigt. So sei das Interesse an der Schule deutlich gestiegen. «Die Nachfrage nach Schulplätzen ist in diesem Jahr sehr stark. Besonders diejenige von Quereinsteigern.» Diese sei dreimal so hoch wie sonst. Dass Kinder aus der Volksschule an die Privatschule übertreten, ist für Koksch ein deutliches Zeichen für den Erfolg der Schule. Momentan besuchen knapp 190 Schüler die Rudolf-Steiner-Schule, Platz für Neulinge hat es nun wieder genug.