Mehrere Strassen im Lenzburger Wald hat die Forstdienste Lenzia in den vergangenen Monaten frisch bekiesen lassen. Die betroffenen Abschnitte werden danach zwei bis vier Wochen gesperrt, damit sich der Kies setzen kann. Nur Fussgänger dürfen während dieser Zeit den Weg benutzen. Doch Autofahrer und Reiter ignorieren die Verbotstafeln und das Absperrband immer wieder. Mit teuren Folgen. 

«Die Hufe wirken wie ein Pflug», sagt Forstwart Beat Ineichen. «Und bei Autos ist es noch schlimmer.» Erst kürzlich missachtete ein Autofahrer das Fahrverbot für eine Strasse entlang der Bahngleise. Die Folgen waren verheerend: Das Auto hinterliess tiefe Spuren. Bei kleineren Schäden kann Beat Ineichen mit Schaufel und Rächen noch ausbessern. Doch bei dieser Strasse waren die Spuren zu tief. Die ganze Arbeit muss von einer externen Firma wiederholt werden. Auf mehrere tausend Franken schätzt der 61-Jährige den Schaden. 

Seit vierzig Jahren arbeitet Ineichen schon für die Lenzia. Dass Reiter und Autofahrer Verbotstafeln missachten, habe in den letzten Jahren zugenommen. Wenige Personen würden diese Absperrung ignorieren und für einen erheblichen Mehraufwand sorgen. Die Sperrung dauert jeweils nur kurze Zeit, und der Umweg ist kaum grösser als einen halben Kilometer.

Für den Unterhalt der Strassen zu sorgen ist nur ein Teil von Beat Ineichens Aufgaben. Früher verbrachte er fast die ganze Zeit im Wald, holzte und pflegte, und nur wenige Stunde pro Woche war er im Werkhof anzutreffen, wo er die gefällten Bäume zu Brennholz verarbeitete. Heute macht zwar das Holzen immer noch etwa die Hälfte seiner Arbeit aus. Neben dem Zimmern der Lenzburger Tische investiert er als Forstwart aber auch viel Zeit in den Naturschutz, die Pflege des Erholungswaldes oder die Spezialholzerei. So sanierte die Lenzia kürzlich den Rastplatz Römerstein, ersetzte den Brunnen am Brünneliweg oder elf Holzbänke. Gefährliche Situationen, wie grosse Bäume entlang der Gleise oder der Autobahn zu fällen, sind sein Spezialgebiet. «Da muss man gut überlegen, wie man vorgehen soll», sagt der Niederlenzer, der im Kanton Luzern aufgewachsen ist.

Brand von 2017 noch präsent

Gröbere Unfälle hat Ineichen bis jetzt keine erlebt. «Zum Glück», sagt er und ergänzt: «Dafür hat mich der Werkhofbrand von 2017 lange beschäftigt.» Aufgrund eines technischen Defektes brannte das Gebäude komplett nieder. Verletzte gab es keine. Doch das Feuer zerstörte die Werkstatteinrichtung, die Ineichen mit seinen Arbeitskollegen über die Jahre hinweg kontinuierlich selbst zusammengestellt hat.