Seon
Roboterschau: «Gehen Sie mir bitte aus dem Weg»

Seon Roboterbauer Nick Koch zeigt: Mensch und Maschine wachsen in Zukunft weiter zusammen.

Von Ruth Steiner
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Durch seine Nähe löst Robotec-CEO Nick Koch die Sicherheitssensorik (rote Schranke) aus und der Roboter steht still. Fotos: Chris Iseli

Durch seine Nähe löst Robotec-CEO Nick Koch die Sicherheitssensorik (rote Schranke) aus und der Roboter steht still. Fotos: Chris Iseli

Chris Iseli

Geschäftig rotieren und surren die massigen weissen «Wichte» hin und her. Holen dort Kistchen beladen mit Werkstücken ab und transportieren sie an ihren Bestimmungsort. Wer sich den Unermüdlichen in den Weg stellt, wird entweder elegant umfahren oder mit leicht scherbelnder Stimme aufgefordert: «Get out of my way, please.» Bitte gehen Sie aus dem Weg. – Bitte sehr. Wer könnte diesem nett vorgebrachten Ersuchen widersprechen wollen.

«Die Zukunft gehört den mobilen Robotern, die sich selbstständig im Raum bewegen», sagt Nick Koch, CEO der Robotec Solutions AG. «Smart robotx» werden sie genannt, diese unermüdlichen Schaffer, intelligente Roboter. Ein eingebauter Laserscanner macht den Roboter rechtzeitig auf Hindernisse aufmerksam. Durch diese Sensorik werden Zusammenstösse mit Menschen verhindert. Ist andernorts Industrie 4.0 noch nicht viel mehr als ein Schlagwort, ist man beim Spezialisten für Industrieroboter in Seon bereits mitten drin. «In den Arbeitsprozessen der Zukunft werden Mensch und Maschine viel mehr zusammenwachsen», betont Koch.

Sind diese «smart robotx» also ein Zeichen dafür, dass der Mensch als Arbeitskraft in der neuen hochtechnologisierten Industrie überflüssig wird? Nick Koch widerspricht. Der Mensch wird nicht abkömmlich werden. «Tagsüber werden in den Schweizer Werkstätten Spezialanfertigungen gemacht. Von Menschenhand. Um 17 Uhr werden normalerweise die Lichter gelöscht. Dann kommt der Roboter zum Einsatz. Er übernimmt die Nachtschicht und erledigt die Massenproduktion.»

Ebenso wenig gehören Roboter für Nick Koch in die Fantasy- und Science-Fiction-Welt des «Terminators». Dem Robotec-CEO sind die Vorurteile und Ängste in der breiten Bevölkerung gegenüber diesen modernen Technologien bekannt. Mit einer umfassenden Information will die Robotec dieser Befangenheit entgegenwirken.

Noch bis morgen Samstag hat der Roboter- und Maschinenbauer seine Türen an der Seetalstrasse in Seon geöffnet. Koch ist es ein Anliegen, dass nebst dem Fachpublikum auch die interessierte Bevölkerung aus der Region die Gelegenheit wahrnimmt, die Robotec und ihre Anlagen kennenzulernen. An verschiedenen Stationen kann man Robotern bei ihrer millimeterpräzisen Arbeit beobachten. Auch die «smart robotx» oder mobilen Assistenten sieht man in der Produktionshalle herumtuckern.

Die Robotec versorgt viele Branchen mit ihren hochpräzisen Anlagen. Die Uhren- und Maschinen-Industrie gehören dazu, ebenso die Autobranche und die Medizinaltechnik.

Die Firma ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Hingegen ist der Spielraum in der Schweiz für die Rotobec zu klein geworden. Der nationale Markt sei gesättigt, hält CEO Nick Koch fest. Hinzu kommt der starke Franken, der auch dem Spezialisten für massgeschneiderte Industrieroboter Sorgen bereitet. Mit Tochtergesellschaften in Deutschland und China setzt man auf Expansion im Ausland.

Auch wenn das Wachstum künftig mehr im Ausland erfolgt, so bleibt «die Schweiz die Ideenschmiede», verspricht CEO Nick Koch. Hier werden 20 der mittlerweile
35 Mitarbeitenden beschäftigt.

Leistungsschau: bis morgen Samstag, von 9 bis 17 Uhr, Seetalstrasse 2, Seon

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