Lenzburg

Rob Spence: «Meine Show ist erwachsener geworden»

Komiker Rob Spence.

Komiker Rob Spence.

Zum Auftakt des Gauklerfestivals werden die Lachmuskeln strapaziert – dank neuem Programm von Rob Spence

Er ist der geborene Vollblutkomiker. Man kennt ihn aus seiner «Zahnarzt»-Nummer, in der er gleichzeitig einen sadistischen Zahnarzt und den zurecht beängstigten Patienten spielt. Oder vielleicht auch wegen seines Auftritts mit dem widerspenstigen Ballon, der sich partout nicht bewegen lässt. Sechs Jahre nach seinem letzten Programm «Tierisch» tourt der begnadete Grimassen-Champion Rob Spence erneut durch die Schweiz. Am 16. August tritt er am Gaukler-Festival in Lenzburg auf.

In seinem neuen Programm macht sich der 45-Jährige zwar nicht mehr zum Affen, dafür zu einem «KänguMuh», das zwischen seiner Heimat Australien und seiner Wahlheimat, der Schweiz, hin und her hüpft. In «Das KänguMuh! - Halb Australier. Halb Schweizer. Halb schlau!» schlägt Spence genüsslich jene kulturellen Klischees breit, die er in seiner Ehe mit einer Schweizerin beobachten kann. Etwa wenn seine Frau die Kloschüssel wiedermal «so keimfrei putzt, dass man darin den Salat waschen könnte» oder wenn sie ihn zurechtweist, weil er nach verrichtetem Geschäft die Klobrille wiedermal nicht herunterklappt. Dabei wäre Spence ohne seine Frau nicht da, wo er heute steht. Seit der ersten Show führt sie Regie. In «KänguMuh» ist sie erstmals auch für die Choreografie zuständig.

Lenzburg als Inspirationsquelle

Den Auftritt in Lenzburg nennt Spence ein «Heimspiel». Hier hat er mit seiner Frau und seinen Kindern von 1999 bis 2004 gewohnt und wurde «künstlerisch inspiriert». So zum Beispiel, als im Quartiercoop die Durchsage ertönte, man solle sich vor Taschendieben hüten. «Die Art, wie der Mann vor mir an der Kasse sofort nach seinem Portemonnaie griff, gehört noch heute zu meinem pantomimischen Repertoire.»

Der Alltag ist es also, aus dem sich Spences neues Programm speist. Einen Monat lang habe er täglich seine Beobachtungen notiert. Etwa «wie es ist, als Rob Spence auf einer öffentlichen Toilette erkannt zu werden» oder wie es ist, «für meine Frau Tampons zu kaufen». Hier knüpft Spence mit «KänguMuh» bei seinen früheren Programmen an. Nach wie vor jonglier er genüsslich mit Tabus und hat dafür auch wieder eine kulturelle Erklärung parat: «Die Schmerzgrenze von Schweizern liegt ungefähr 80 Zentimeter höher als jene von Australiern.» Man verzeiht es ihm, so unschuldig er nach den Pointen jeweils ins Publikum schaut.

Gekonntes Spiel mit den Akzenten

Und dennoch. Rob Spences Show hat sich verändert, ist verbaler - und erwachsener - geworden, wie es der Komiker selbst ausdrückt. Er ist auf der Bühne nicht mehr ganz der hyperaktive Hampelmann, als den man ihn kennt. «Ich habe besser Deutsch gelernt und kann mit den Akzenten besser spielen.» So blüht Spence in der Rolle des wenig vertrauenserweckenden Captains einer Maschine der Indian Airways förmlich auf, obschon dieser vor allem spricht und selig lächelt, auf grosse Gesten aber weitgehend verzichtet.

An Bewegung mangelt es auf der Bühne dennoch nicht. Den obligaten Moonwalk, mit dem es Spence durchaus mit Michael Jackson aufnehmen könnte, führt er erstmals in grossen KänguMuh-Pantoffeln vor. Wie könnte es anders sein: Die Idee stammt von seiner Frau.

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