Verkehrsunfall
RoadCross reagiert auf Strafbefehl gegen Philipp Müller – und warnt vor Übermüdung am Steuer

Philipp Müller war übermüdet und hatte sein Auto nicht mehr unter Kontrolle, als er eine junge Töffahrerin überfuhr. Dafür kassierte er jetzt einen Strafbefehl und 10'000 Franken Busse. Die Unfallopfer-Vereinigung Roadcross warnt davor, Schläfrigkeit am Steuer zu unterschätzen.

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Müdigkeit am Steuer (Symbolbild)

Müdigkeit am Steuer (Symbolbild)

Keystone

Die hohe Busse von 10‘000 Franken zeige, dass die Staatsanwaltschaft das Vergehen von Philipp Müller eher streng beurteilt habe, sagt Stefan Krähenbühl von der Stiftung für Verkehrssicherheit RoadCross Schweiz. Darüberhinaus findet es Krähenbühl schwierig, das Strafmass zu beurteilen, da es kaum Erfahrungswerte mit solcher Art von Unfällen gebe.

Stefan Krähenbühl, Sprecher von RoadCross

Stefan Krähenbühl, Sprecher von RoadCross

Zur Verfügung gestellt

„Wer sich betrunken ans Steuer setzt oder rast, macht das vorsätzlich, dort ist der Fall klar", so der RoadCross-Vertreter. "Bei Autofahrern, die wegen Schlafstörungen einen Unfall verursachen, ist die Lage etwas komplizierter."

"Das Schlimmste, das passieren kann"

„Schläfrigkeit am Steuer kennen viele Autofahrer", erklärt Krähenbühl. "Das Problem wird aber oft unterschätzt. Viele entscheiden sich trotz Zeichen von Müdigkeit weiterzufahren. Nur die wenigsten lassen das Auto stehen oder machen eine richtige Pause."

Dabei brauche Autofahren 100 Prozent Aufmerksamkeit; einschlafen sei deshalb etwas vom Schlimmsten, was einem beim Fahren passieren könne. "Es ist sehr wichtig, auf seinen Körper zu hören. Im Zweifelsfall sollte man anhalten und einen 15 minütigen Turboschlaf einlegen. Alternativ etwas spazieren und dabei frische Luft schnappen.“

Krähenbühl warnt vor falschen Massnahmen: „Schläfrigkeit sollte man nicht einfach mit einem Kaffee oder einem Energy Drink übertünchen. Das gibt zwar kurzfristig einen Koffein- bzw. einen Zuckerschub, aber die Reaktion des Körpers nachher ist meist sogar kontraproduktiv. Auch zuviel Essen vor einer längeren Autofahrt kann Schläfrigkeit hervorrufen.“ (roc)

Der Mercedes von Philipp Müller wird beim Unfall beschädigt, er selber bleibt unverletzt.
13 Bilder
Die 17-jährige Rollerfahrerin dagegen erleidet schwere Beinverletzungen bei der frontalen Kollision.
Philipp Müller geriet in Lenzburg auf einer geraden Strecke unvermittelt über die Fahrbahnmitte nach links.
Der Sachschaden an beiden Fahrzeugen beträgt mehrere zehntausend Franken.
Die Ermittler bei ihrer Arbeit am frühen Donnerstagabend. Zum Unfall kam es um 17.15 Uhr.
Wie genau Philipp Müller über die Fahrbahnmitte geriet, ist wenige Tage nach dem Crahs noch nicht bekannt.
Klar ist: Philipp Müller stand nicht unter Alkoholeinfluss. Das sagt Roland Pfister, Medienchef der Kantonspolizei Aargau. Laut Mitteilung von Müller war er auch nicht am Handy. Zudem habe er sich fit gefühlt vor der Abfahrt.
Den Führerausweis ist Philipp Müller vorläufig los. Das ist das Standardvorgehen bei einem Unfall mit einer schwer verletzten Person.
Aufgrund der schweren Beinverletzungen der Rollerfahrerin wurde ein TCS-Rettungshelikopter aufgeboten
Philipp Müllers Mercedes kollidiert frontal mit Rollerfahrerin (17)

Der Mercedes von Philipp Müller wird beim Unfall beschädigt, er selber bleibt unverletzt.

Peter Rippstein/Tele M1