Rietenberg
Richtig sägen lernt man im Forstrevier Rietenberg

Das Arbeiten mit Motorsägen kann lebensgefährlich sein. Deswegen ist es wichtig, die richtige Technik zu kennen und zu wissen, auf was dass man schauen muss. 20 Teilnehmer erfahren im Motorsäge- und Holzerkurs, einen Baum richtig zu fällen.

Sarah Künzli
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Fritz Heuberger betreut 5 von 20 Teilnehmern im Holzerkurs im Forstgebiet Rietenberg. Sarah Künzli

Fritz Heuberger betreut 5 von 20 Teilnehmern im Holzerkurs im Forstgebiet Rietenberg. Sarah Künzli

In dieser Woche geht es im Forstrevier Rietenberg zur Sache. Dort nehmen insgesamt 20 Teilnehmer am alljährlichen Motorsäge- und Holzerkurs des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg teil. Die Teilnehmer lernen während des fünftägigen Kurses die Grundregeln der Holzerei.

«Unfälle bei der Waldarbeit sind auf dem zweiten Platz der häufigsten Unfälle», steigt Paul Müri in die Präsentation des Kurses ein. Während dem werden allen Schutzhelme verteilt und aufgesetzt. Deshalb wolle er unbedingt, dass der Holzerkurs bekannter wird und somit Unfälle weniger vorkommen. «Jeder kann heutzutage in die Migros gehen und sich eine Motorsäge kaufen», sagte er weiter. Doch wie man damit umgehen müsse und welche Gefahren damit verbunden seien, würden die Leute meist nicht wissen. Eine Aus- und Weiterbildung sei notwendig. Deshalb sei er froh, könne er solche Kurse anbieten.

Währenddessen kreischen die Motorsägen durch den ganzen Wald. Im Dickicht abseits der Waldwege findet man eine Fünfergruppe unter der Leitung von Fritz Heuberger, die gerade einen Baum zum Fällen vorbereitet. «Wir setzten auf Praxis: Die Theorie wird so eingeflochten, dass man sie gleich in der Praxis anwenden kann», erklärt Rolf Wigger, einer der Kursleiter, auf dem Weg zur Gruppe.

Die Teilnehmer würden am Ende des ersten Kurses wissen, wie man einen normalen Baum erkennen und fällen kann. Unter einem normalen Baum verstehe man einen geraden, gesunden Baum, erklärt Rolf Wigger. Dazu müssen seine «Lehrlinge» zu jedem Baum eine separate Baumbeurteilung machen, bei dem sie ihn beispielsweise auf seinen Stammverlauf, abgebrochene Äste und den Umfang untersuchen. Damit könne man einschätzen, wie der Baum gefällt werden muss, um keiner Gefahr ausgesetzt zu sein.

Simon Oggenfuss, Michael Burgherr und Roger Senn gehören zur Gruppe von Fritz Heuberger und absolvieren ihren ersten Kurs. Sie sind alle drei Landwirte und besitzen selber ein Stück Wald, das sie in Zukunft selber bewirtschaften wollen. Es kämen aber auch viele andere Leute in den Kurs, die gerne einfach einmal eine andere Erfahrung machen wollen, sagt Rolf Wigger. «Wir hatten auch schon Zahnärzte und Krankenschwestern in unseren Holzkursen.»

«Achtung!», schreit jemand durch den Wald. Nebenan kracht und splittert es. Rolf Leuenberger und Rolf Wetzstein, die beiden anderen in der Fünfergruppe, liessen eine Buche zu Boden krachen. Rolf Leuenberger und Rolf Wetzstein machen in dieser Woche den zweiten Kurs. In diesem Kurs lernt man wie man spezielle Bäume fällt, zum Beispiel solche, die schräg sind. Dazu müsse man, die Dinge im ersten Kurs aber unbedingt beherrschen können, sagte Wigger.

Diese Buche sei schräg gewesen. Deshalb hätten sie einen Stechschnitt gemacht, erklärt Fritz Heuberger und blickt auf den übriggebliebenen Stumpf. «Wenn wir normal geschnitten hätten, wäre unsere Überlebenschance etwa 50 zu 50 gewesen.» Die Buche hätte sich nämlich gespalten. «Nicht einmal Usain Bolt wäre schnell genug in Sicherheit gewesen», sagte Heuberger weiter.

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