Die Gesamtrevision der Nutzungsplanung geht ins letzte Drittel. Am Montagabend informierte die Gemeinde an einer Orientierungsversammlung über den aktuellen Stand. Noch bis zum 20. März liegt die Nutzungsplanung online und auf der Gemeinde zur Einsicht auf.

Die Revision scheint auf gutem Weg, zu reden gaben Einzelheiten. Ein grösseres Thema an der Orientierungsversammlung war der Gewässerschutz.

Denn neu soll zu beiden Seiten eines fliessenden Gewässers auf einer Breite von vier Metern nicht gebaut werden können. In Seon betrifft das vor allem Anrainer des Aabachs.

Einer von ihnen reklamierte, dass die Vorschriften auch 3,5 Meter erlauben würden. Die Diskrepanz konnte der Gemeinderat nicht abschliessend erklären und forderte ihn zur Eingabe einer Einwendung auf, um dem Sachverhalt nachgehen zu können.

Entschuldigend führte der Gemeinderat auch an, er habe den Kanton für das komplexe Thema des Gewässerschutzes vergeblich um die Teilnahme einer Fachperson an der Orientierungsversammlung gebeten.

Dem Anwohner eines noch kleineren Bachs erklärte der Gemeinderat, die Neuerung betreffe alle Fliessgewässer in der Gemeinde. Für Fliessgewässer gilt gemäss Baugesetz, dass nur dann kein Gewässerraum festgelegt wird, wenn sie künstlich angelegt und ohne besondere ökologische Bedeutung sind. Auch bei künstlichen Gewässern ist gegebenenfalls aber festzustellen, wo besondere ökologische Werte im Uferbereich vorkommen.

Für Kritik sorgte auch der Umstand, dass der überarbeitete Gewässerschutz ausgerechnet im Juli während den Sommerferien zur Einsicht aufgelegt wurde. Dafür entschuldigte sich der Gemeinderat, eine Absicht sei nicht dahinter gewesen, versicherte er.

Vielmehr versuche der Rat, die Revision zügig voranzubringen, weshalb damals der nächstmögliche Zeitpunkt gewählt worden sei. Rückblickend würde das nicht so gemacht werden.

Wohnen im Gewerbegebiet

Zu reden gegeben hat auch die Umzonung von zwei Parzellen im Gebiet Heidegrabe zwischen der Aarauerstrasse und der Lenzburgerstrasse (ehemals Möbel Dössegger). Aus den Gewerbezonen sollen neu Gemischtzonen (Gewerbe und £Wohnen) werden.

Für eine neue Überbauung gibt es allerdings keine Vorschriften zum Anteil von Wohnen. Eine Befürchtung ist deshalb, dass das Gewerbe zugunsten profitablerer Wohnungen verschwinden könnte.

Der Gemeinderat verwies darauf, dass die für das Wohnen strengeren Lärmschutzvorschriften den Bau von zur Strasse gewandten Wohnungen zumindest sehr schwierig machen dürfte.

An der grossen Revision arbeitet die Gemeinde seit 2014. Kann das nun laufende Einwendungsverfahren rechtzeitig abgeschlossen werden, will der Gemeinderat die neue Nutzungsplanung bereits im Winter der Gemeindeversammlung vorlegen.