Lenzburg
Res(s)taurant: Junge Köchinnen sind Feuer und Flamme

Die Projektwoche «Res(s)taurant» ist bei Schülerinnen beliebt –diese Woche kochen sie einen Fünfgänger. Doch neben dem Kochen, gehen die Mädchen auch einkaufen und bedienen ihre Gäste.

Barbara Vogt
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Junge Köchinnen sind Feuer und Flamme
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Res(s)taurant
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Junge Köchinnen sind Feuer und Flamme

Mara Michel

Es schmeckt nach Zitronengras, Chili, gebratener Butter, Knoblauch. In einem Topf brodelt Polenta, im andern schäumt die Milch. Es wird gehackt, geschnitten, geraffelt, gehobelt. Und gelacht.

Nur unfreiwillig zu Hause geblieben

In der Hauswirtschaftsschule Mattenweg herrscht fröhliche Stimmung. 13 Oberstufenschülerinnen der Regionalschule Lenzburg beteiligen sich an der Projektwoche «Res(s)taurant». Sie findet alle drei Jahre statt. Für einmal blieben die Knaben der spannenden Woche fern, und auch eine Schülerin blieb zu Hause. Unfreiwillig: Sie hat ihr Bein gebrochen.

Bei «Res(s)taurant» rühren die Teilnehmerinnen nicht nur in Kochtöpfen, sie bedienen auch offiziell Gäste: Ab heute Dienstag bis Freitag können sich Hungrige an den Tisch setzen und sich von den Schülerinnen verwöhnen lassen. «Wir sind bereits ausgebucht. Bitte machen Sie keine Werbung mehr für uns», sagen die Hauswirtschaftslehrerinnen und Projektleiterinnen Claudia Casarramona und Jacqueline von Burg lachend. Eigentlich wollten sie nicht mehr als 24 Gäste aufnehmen. Doch drückten sie beide Augen zu und erweiterten die Gästeliste zwei Mal auf 28.

Milchkonfitüre zum Mitnehmen

Die Schülerinnen seien Feuer und Flamme für das Projekt, freuen sich die Leiterinnen. «Es gefällt ihnen, für Gäste zu kochen, und sie geben sich besonders Mühe.» Das Menü, die ganze Woche das gleiche, ist vielseitig und beinhaltet gleich fünf Gänge: Ein Amuse-Bouche, ein köstliches Süppchen, Dorsch auf Belugalinsen mit Rosmarinschaum (für Vegetarier Wachteleier).

Dann folgt der Hauptgang: Kalbsröllchen mit Parmaschinken auf Safran-Polentaschnitten, kandierte Oliven und getrocknete Tomaten. Vegetarier erhalten gebratene Champignons mi Belper Knolle auf Safranpolentaschnitte mit Tomatensauce. Als süssen Abgang gibts unter anderem Ahornsirupglace und Birnenchips oder Earl-Grey-Truffes. Die Gäste gehen gesättigt nach Hause, als Andenken ein Gläschen Milchkonfitüre in der Tasche.

«Geduld will Weile haben»

Bis die leidenschaftliche Köchin Claudia Casarramona das Menü zusammengestellt hatte, ging es eine Weile. «Ich habe zu viele Ideen und habe die Karte immer wieder umgestellt.» Sie und ihre Kollegin achten auf frische und saisonale Küche. «Morgens gehen die Schülerinnen einkaufen, dann kochen sie.» Drei Mädchen arbeiten im Service, dafür tragen sie – elegant – schwarze Kleidung und weinrote Kochschürzen.

Mit «Res(s)taurant» wolle man den Teilnehmerinnen die Hauswirtschaft wieder näherbringen, sagen die Verantwortlichen. «Sie lernen nicht nur kochen, sondern verantwortungsbewusstes Konsumverhalten, Budgetführung und gesunde Ernährung.» Auch Geduld. Denn manchmal möchten die Schülerinnen am liebsten schon fertig sein. «Geduld will Weile haben», rät Jacqueline von Burg, während sie gelassen in ihrer Milchkonfitüre rührt.