Der Gang ans Bundesgericht kommt einen Rentner teuer zu stehen: Rund 1400 Franken muss er nun hinblättern, den Grossteil für Gerichtskosten. Und das, weil er eine Busse von 100 Franken nicht akzeptiert hat und sich ohne juristische Fachkenntnis und Anwalt dagegen vergeblich gewehrt hat.

Am Anfang der Geschichte steht ein Strafbefehl. Diesen erhielt der Mann von der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau im Juni 2013. Grund für den Strafbefehl war mehrfaches Falschparkieren in Lenzburg. Die Busse lag bei 100 Franken. Ersatzweise hätte der Mann auch einen Tag im Gefängnis absitzen können.

Mit der Busse wollte er sich aber nicht abfinden. Er erhob Einsprache, erschien aber nicht zur folgenden Einvernahme. Folglich stellte die Staatsanwaltschaft fest, die Einsprache gelte als zurückgezogen.

Beschwerden vor Obergericht und Bundesgericht

Daraufhin legte der Rentner wieder Beschwerde ein, und zwar beim Aargauer Obergericht. Doch dieses trat im November nicht auf diese ein. Der Rentner wendete sich ans Bundesgericht, allerdings ohne einen Antrag zu stellen. Stattdessen schrieb er, er müsse insgesamt 870 Franken bezahlen, weil er sich erlaubt habe, von seinem Recht Gebrauch zu machen.

Doch keinen Antrag zu stellen, war ein Fehler. «Eine Beschwerde ans Bundesgericht ist in derselben zu begründen», hält das Bundesgericht in seiner Begründung fest. Der Hinweis des Beschwerdeführers auf seine «sämtlichen Schriftstücke in dieser Sache» sei unzulässig. Deshalb ging das Bundesgericht gar nicht erst auf die Beschwerde ein.

Der Gang vors Bundesgericht kommt den Parksünder also teuer zu stehen. Er hat nun auch die Gerichtskosten von 500 Franken zu tragen, wodurch sich seine Schuld auf insgesamt 1370 Franken erhöht. Zwar beziehe er als Rentner wie dargelegt ein bescheidenes Einkommen. Das Gesuch um eine unentgeltliche Rechtspflege weist es allerdings zurück, weil seine Rechtsbegehren «aussichtslos» erschienen seien.