Es war ein tragischer Unfall: Ein Autofahrer (80) übersieht eine 19-Jährige auf einem Fussgängerstreifen in Lenzburg und trifft sie ungebremst. Das Gutachten, das später von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben wird, ergibt, dass sie etwa 19 Meter weit weggeschleudert wird – im Spital erliegt sie ihren Verletzungen

Am Donnerstag kommt es zum Prozess. Die Staatsanwaltschaft legt dem Rentner folgende Anklagepunkte zur Last:

  • Fahrlässige Tötung
  • Führen eines Motorfahrzeuges trotz Entzug des Führerausweises
  • Missachtung der signalisierten Höchstgeschwindigkeit innerorts

Sie fordert eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten, unbedingt, und eine Busse von 100 Franken.

Elida-Todesfahrer soll in den Knast

Elida-Todesfahrer soll in den Knast: TeleM1-Beitrag vom März 2019.

Der Mann war mit mindestens 58 km/h unterwegs und bremste vor der Kollision nicht ab. Das geht aus einem verkehrstechnischen Gutachten hervor. Weiter heisst es in der Anklageschrift, mit dieser Geschwindigkeit sei «ein rechtzeitiges Anhalten, um Fussgängern, die sich schon auf den Fussgängerstreifen befanden oder im Begriffe waren, diesen zu betreten, den Vortritt zu gewähren, beinahe verunmöglicht».

Der Rentner fuhr zum Zeitpunkt des Unfalls ohne gültigen Ausweis. Und er war als Temposünder vorbestraft: Vor mehr als sieben Jahren wurde er innerorts mit 80 statt 50 km/h geblitzt. 

Im wird zudem vorgeworfen, dass er seine Aufmerksamkeit nicht ausreichend auf den Bereich um den Fussgängerstreifen, sondern hauptsächlich auf die 250 Meter weiter entfernte Lichtsignalanlage gerichtet und so die junge Frau auf dem Fussgängerstreifen übersehen habe. Aus der Anklageschrift geht weiter hervor: Der Beschuldigte fuhr leicht angetrunken, gemessen wurden 0,2 Promille. (kob)