Lenzburg
Reisen inspiriert zu gewebten Bildern – heute hängen sie im Hächlerhaus

Gemeinsames und Gegensätzliches machen den Reiz von Doppelausstellungen aus. Eva Christoffel und Elsa Real halten zu ihrer Ausstellung im Lenzburger Hächlerhaus beide an der Passion für das Bildweben fest.

Heiner Halder
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Eva Christoffel (links) und Elsa Cornelia Real präsentieren im Hächlerhaus Bildgewebe und Bilder, Gemeinsames und Gegensätzliches.

Eva Christoffel (links) und Elsa Cornelia Real präsentieren im Hächlerhaus Bildgewebe und Bilder, Gemeinsames und Gegensätzliches.

HH.

Beide haben sich dem gewebten Bild verschrieben: Doch bei genauerer Betrachtung der Werke stellt sich heraus, dass Elsa und Eva durchaus grundlegend unterschiedliche Techniken anwenden und damit zu divergierenden Resultaten gelangen.

Den zwei Frauen eigen ist, dass Motivation und Inspiration auf Auslandaufenthalten und Reisen gründen. Während eines Jahres vereinigte sie regelmässig gemeinsames kreatives Schaffen im Lenzburger Atelier.

Die Werkschau bedeutet für Elsa Cornelia Real den Abschluss ihrer Bildweberei nach 50 Jahren. Zwischen dem ersten, 1965 entstandenen grossformatigen Werk «Werden» und dem 2014/15 vollendeten letzten Bildgewebe «Werden 2» präsentiert sie mit einer beispielhaften, repräsentativen Auswahl den spannenden Weg über verschiedene Erfolge und Experimente. Es sind primär in Farbe und Formen verarbeitete Eindrücke von Aufenthalten in Haiti, Sri Lanka und Australien.

Elsa Cornelia Real strebt in ihren Bildgeweben die Ästhetik an. «Mich fasziniert die meditative, klösterliche Versenkung in das Werk», begründet sie den oft jahrelangen Entwicklungsprozess, der mittels «Karton», einer präzisen Werkzeichnung, erfolgt. Elsa Cornelia Real wird sich künftig Richtung Druckgrafik und Zeichnen weiterentfalten.

Im Gegensatz zu dieser Arbeitstechnik geht Eva Christoffel bei ihren eher abstrakten Webarbeiten intuitiv improvisierend vor. Geprägt von regelmässigen Aufenthalten in Brasilien, zeichnen sich ihre Tapisserien durch intensive Farbkombinationen aus: «Ich habe keine Angst vor Schönheiten.»

Obwohl von kleinerem Format, steckt auch bei ihren Arbeiten ein lange und langsam reifender Schöpfungsprozess bis zur Vollendung dahinter. Als Ausgleich dazu hat Eva Christoffel 1976 damit begonnen, tagebuchartig Miniaturen mit Faber-Castell-Farbstiften zu malen – spontane Stimmungsbilder, welche die Galerie-Wände zwischen den Bildgeweben als Farbtupfer bereichern.

Galerie Hächlerhaus am Kronenplatz Lenzburg: Eva Elsa / Elsa Eva, Bildgewebe und Bilder. 8.–17. Mai 2015. Die Künstlerinnen sind Samstag/Sonntag, 9./10., Auffahrt, 14., Freitag, 15., sowie Samstag/Sonntag, 16./17. Mai, jeweils von 16 bis 19 Uhr anwesend.

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