Lenzburg
Regionalbus verlangt am Bahnhofplatz Lenzburg mehr Sicherheit

Mit einer Petition und Verbesserungsvorschlägen will Regionalbus Lenzburg der Politik Beine machen. Die öV-Firma verlangt rasche Massnahmen, um der steigenden Zahl der Fahrgästen das Reisen zu erleichtern.

Fritz Thut
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Die Sofortmassnahmen am Bahnhofplatz Lenzburg sollen vor allem die Sicherheit der Buspassagiere verbessern. Chris Iseli

Die Sofortmassnahmen am Bahnhofplatz Lenzburg sollen vor allem die Sicherheit der Buspassagiere verbessern. Chris Iseli

Seit Jahren steht die Sanierung des Bahnhofplatzes auf der Agenda der Lenzburger Politik. Aktuell unterstützt eine aus allen politischen Parteien zusammengesetzte Begleitkommission die Ausarbeitung des Projekts, das anschliessend noch durch Einwohnerrat und Stimmvolk genehmigt werden muss.

Die politischen Mühlen mahlen hier wie bei allen grossen Vorhaben langsam. Zu langsam für einen wichtigen Benutzer des Bahnhofplatzes, den Regionalbus Lenzburg (RBL). In einer Eingabe an den Stadtrat und das Bauamt verlangen der Busbetrieb und die RBL-Mitarbeiter «dringend, möglichst rasch Massnahmen einzuleiten, welche den Fahrgästen das Ein- und Aussteigen erleichtern und uns bei unserer täglichen Arbeit entlasten».

Passagierzahlen massiv gestiegen

Zu diesem Schreiben gehört eine Petition sowie eine Studie, die verschiedene mögliche Sofortmassnahmen skizziert. «In den letzten Jahren haben sich unsere Gesamtpassagierzahlen mehr als verdoppelt und liegen bei fast 3 Millionen», hält RBL-Geschäftsführer René Bossard gegenüber der az fest.

Die Haltestelle am Lenzburger Bahnhof nimmt innerhalb des RBL-Netzes eine zentrale Position ein: «Die Bedeutung dieses Standorts ist extrem gewachsen», so Bossard. Allein seit 2010 ist die Zahl der Ein- und Aussteiger um fast einen Drittel gestiegen; jeden Werktag werden hier rund 5500 Passagierbewegungen registriert.

Mit diesem Anstieg hat die Infrastruktur nicht Schritt gehalten; immer noch gibt es nur einen Umsteigeperron. Bei Verspätungen der Züge, wenn die Busse wegen der Sicherstellung der Anschlüsse über Gebühr lange warten müssen, kann es sein, dass gleich zehn RBL-Busse anstehen.

Chauffeure als Leidtragende

Die Enge des Raumes und die hohe Kadenz der Busbewegungen in den Stosszeiten führten schon zu Zwischenfällen. «Unsere Chauffeure sind die Leidtragenden», so Bossard. Neben Blechschäden bei Berührungen von Bussen und Personenautos traf kürzlich eine von einem Bus-Rückspiegel umgeworfene Signaltafel ein Mädchen, das aber glimpflich davonkam.

Zum Glück sei noch nie etwas Gravierendes vorgefallen, hält Geschäftsführer Bossard fest und fordert baulich Sofortmassnahmen, die die spätere definitive Neugestaltung des Platzes nicht beeinflussen oder präjudizieren sollen: «Aus unserer Sicht ist es nicht verantwortbar, nichts für eine Steigerung der Sicherheit zu unternehmen.»

Sieben Verbesserungsvarianten

Die Regionalbus-Verantwortlichen stellen jedoch nicht nur Forderungen, sondern sie haben ein Planungsbüro beauftragt verschiedene mögliche, rasch realisierbare Verbesserungsvorschläge zu skizzieren. Diese Studie mit sieben Varianten wurde den städtischen Behörden übergeben. Allen gemeinsam ist die Schaffung von zusätzlichen Standplätzen.

Nun hoffen die RBL-Verantwortlichen, möglichst bald mit dem Stadtrat an einen Tisch sitzen zu können. René Bossard: «Unser Ziel ist es, möglichst rasch eine pragmatische Lösung für mehr Sicherheit umsetzen zu können.»