Lenzburg
Rechtsanwalt Padrutt schuldet Handwerkern viel Geld

In den einschlägigen Online-Telefonbüchern, auf seiner Website, ja selbst im Handelsregister ist Rechtsanwalt Roland Padrutt immer noch an der Bachstrasse 2 in Lenzburg domiziliert.

Thomas Röthlin
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Villa Malaga, an der Schützenmattstrasse 7 in Lenzburg. Hier befindet sich das Büro des umstrittenen Anwalts Padrutt.

Villa Malaga, an der Schützenmattstrasse 7 in Lenzburg. Hier befindet sich das Büro des umstrittenen Anwalts Padrutt.

Chris Iseli

Dabei zügelte Padrutt, gegen den seit über einem Jahr wegen Vermögensdelikten ermittelt wird, im November 2011 in die «Villa Malaga».
Padrutt respektive dessen ein Jahr zuvor gegründete Villa Malaga GmbH kaufte das herrschaftliche Anwesen an der Schützenmattstrasse 7 von der Einwohnergemeinde. Die Stadt Lenzburg hatte die 1970 per Legat erhaltene Liegenschaft mit Park bis 2010 einem Kinderarzt vermietet. Stadtammann Hans Huber betont, dass die öffentliche Hand den von Padrutt gebotenen Kaufpreis - der Erlös ist für die Standortevaluation der Kulturinstitution Stapferhaus zurückgestellt worden - vollumfänglich erhalten habe.
Nur teilweise grundpfandgesichert
Das können diverse Gewerbebetriebe nicht von sich behaupten, die von Padrutt 2011 mit Sanierungsarbeiten beauftragt worden waren. Ein Handwerker bestätigt im Namen weiterer Betroffener, dass sie nur teilweise für ihre Arbeiten bezahlt worden seien. Ingesamt ist ein mittelgrosser sechsstelliger Betrag ausstehend.
Wiederum nur ein Teil der Forderungen ist durch das Bauhandwerkerpfandrecht gesichert. Das Pfandrecht auf dem Grundstück kann innert dreier Monate nach Abschluss der Arbeiten im Grundbuch eingetragen werden. Wenn der Grundeigentümer pleiteginge, würden im Konkursverfahren in erster Linie diese Forderungen der unbezahlten Handwerker befriedigt.
Nachdem die schweren Vorwürfe an Padrutt am Donnerstag publik wurden, wollte auch die «Berner Zeitung» mit dem Angeschuldigten reden - vergeblich. In ihrer gestrigen Ausgabe berichtete sie von einem Streit in Aarberg, in den Padrutt als Liegenschaftenverwalter verwickelt ist. Eine Gruppe von Mietern reklamierte dort unter anderem wegen fehlender Nebenkostenabrechnungen. Als eine Seniorin die Bonität der Hauseigentümerin überprüfte, wurde ihr Mietvertrag gekündigt und Padrutt forderte 200000 Franken ein, unter anderem als «Schadenersatz wegen Ehrverletzung» und «strafrechtlicher Verfehlungen».