Manchmal erscheint es unglaublich, was Benutzer des öffentlichen Verkehrs beim Aussteigen alles vergessen. Saisongemäss sind es zurzeit vor allem Schirme, Handschuhe, Schals und Mützen, die sich im Fundbüro im Untergeschoss des Regionalbus Lenzburg (RBL) ansammeln.

Auf den elf Linien rund um Lenzburg transportieren die 25 RBL-Busse pro Jahr fast drei Millionen Passagiere. Und die haben den Kopf oft anderswo, sodass beim Aussteigen nicht alle Habseligkeiten mitgenommen werden. Vergessen wurde etwa schon ein ausgewachsenes (und deshalb taxpflichtiges) Velo und aktuell stehen auch zwei Trottinetts im Fundbüro.

Mehrheitlich müssen die Chauffeure jedoch herrenlose Kleidungsstücke behändigen. Sie werden, mit dem Funddatum und der Kursnummer versehen, in der Zentrale abgegeben, wo sie von Nathalie Kaspar erfasst und verstaut werden. Seit 2014 ist der RBL beim Online-Service easyfind.com dabei, wo Nutzer im Internet nachschauen können, ob ihr verlorener Gegenstand gefunden wurde. «Aus Kundensicht brachte dies sicher eine Verbesserung», ist Nathalie Kaspar überzeugt.

Nicht abgeholte Kleider und persönliche Utensilien von geringerem Wert werden einige Monate gesammelt und danach verwertet. Kleider wandern in die Sammlung und bewirken so noch etwas Gutes. «Nach mehr als einem Monat seit dem Funddatum kommt fast niemand mehr vorbei und holt sich sein Eigentum zurück», hat Kaspar beobachtet.

Mehr Aufwand wird bei liegengelassenen Wertgegenständen betrieben. Bei Handys versucht man – wenn der Akku noch Saft hat – den Besitzer ausfindig zu machen. Anschliessend übergibt man die Geräte der Regionalpolizei, die bessere Möglichkeiten hat, den rechtmässigen Besitzer zu eruieren. Bei Schlüsseln kann der Eigentümer manchmal via Schlüsselhersteller herausgefunden werden.

Beim Regionalbus Lenzburg gibt es nicht nur Fundgegenstände, die von ihren Besitzern nicht mehr zurückgefordert werden, sondern auch solche, bei denen die Vergesslichen, kaum haben sie den Bus weiter fahren sehen, ihr Malheur schon bemerken.

Kulante Lösungen

Da kann es laut Nathalie Kaspar vorkommen, dass die telefonische Meldung in der Betriebszentrale eintrifft, während der entsprechende Kurs noch unterwegs ist. «Es kam auch schon vor, dass das vermisste Handy bei der Rückfahrt an der gleichen Haltestelle abgegeben werden konnte.»

Solch kulante Lösungen waren nicht möglich bei liegen gelassenen und nicht vermissten Schuhen: Neben diversen Sportschuhen ereilte ein Paar Highheels das gleiche Schicksal.