Ein 33-Jähriger machte im Februar 2013 grosse Beute: Beim Überfall auf den Lidl in Hunzenschwil ergaunerte er 17'000 Franken. Er fesselte eine Angestellte und flüchtete. Sein Glück währte indes nicht lange: Die Polizei erwischte ihn.

Die Tat warf allerdings Fragen auf: Die Ermittlungen zeigten, dass der mutmassliche Täter zwei Lidl-Angestellte kannte – darunter jene, die er gefesselt und bedroht hatte. Die Staatsanwaltschaft warf der Frau sogar vor, einen Teil der Beute kassiert zu haben. Ihre Kollegin soll eine Affäre mit dem Mann gehabt und ihn aus Geldnot zur Tat angestiftet haben. Beide wurden ebenfalls angeklagt. So mussten sie sich neben dem Täter vor dem Lenzburger Bezirksgericht verantworten.

Handelte es sich beim Raub um ein abgekartetes Spiel? Die beschuldigten Frauen stritten diesen Vorwurf entschieden ab. Sie seien nicht in die Tat involviert gewesen und hätten vorgängig nichts davon gewusst. In einem Fall argumentierten sie erfolgreich: Das Gericht entschied, dass der Affäre des Täters keine Schuld nachgewiesen werden kann; es sprach sie frei. Das Urteil ihrer Kollegin steht noch aus. Der Täter erhielt ein Jahr bedingt und eine Busse bei einer Probezeit von fünf Jahren. (mwa)