Lenzburg

Ranger wollen 30'000 Franken sammeln für eine Art Hallwilersee-Pfadi

Hallwilersee

Hallwilersee

Im Frühling soll ein Umweltbildungsprojekt gestartet werden. Ein Crowdfunding soll 30'000 Franken einbringen.

Die Hallwilersee-Ranger gelten als Vermittler zwischen Mensch und Natur. Was einst als Pilotprojekt startete, ist seit neun Jahren nicht mehr vom Hallwilersee wegzudenken. Sechs Rangerinnen und Ranger teilen sich eine 100-Prozent-Stelle und patrouillieren um den See, um Sonnenanbeter, Wassersportler und Naturliebhaber über die Hausordnung rund und auf dem Hallwilersee aufzuklären.

Schon heute probieren die Ranger mit Programmen und Führungen Schulklassen-Kinder für die Natur am See zu begeistern. Auch für private Vereine oder Firmenevents werden Führungen organisiert, um Erwachsene für die Belange der Natur zu sensibilisieren. Ab Mai 2020 planen die Ranger eine Erweiterung ihres Aufgabengebietes.

Mit dem Projekt «Junior Rangers» soll die Umweltbildung der jüngeren Generation gestärkt werden. «Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen zwischen 7 bis 15 Jahren aufzuzeigen, wie man sich in der Natur bewegt und auf sie Rücksicht nimmt», erklärt Rangerin Barbara Gautschi, «und sie lernen die Tiere und Pflanzen in ihrem Gebiet kennen.» Das Ganze geschehe spielerisch, so die Rangerin, «die Freude an der Natur steht im Vordergrund.» Geplant sind rund 18 Treffen pro Jahr.

Primär am Mittwochnachmittag

«Das Ranger-Programm soll hauptsächlich an den Mittwochnachmittagen stattfinden, teilweise auch am Wochenende, wenn wir Ausflüge geplant haben», erklärt Barbara Gautschi. «Die Treffen stehen dabei meist unter einem bestimmten Thema oder einer Themenreihe. Sei es zum Beispiel Feuer, die Bewohner des Hallwilersees oder auch Littering», so die Rangerin. Die Feinausarbeitung habe man noch nicht gemacht. «Aber die Themen werden uns sicherlich nicht ausgehen.»

Das Konzept der Junior-Ranger ist nicht neu. Im Jahr 2012 wurde das Programm erstmals am Greifensee durchgeführt. Mittlerweile werden an sechs Schutzgebieten und Naturlandschaften in der ganzen Schweiz Programme mit den Junior-Rangern durchgeführt.

Das Projekt übersteigt jedoch die Möglichkeiten des Vereins «Hallwilersee für Mensch und Natur» welcher den Rangerdienst betreibt.

Um die Finanzierung stemmen zu können, lancierte der Verein nun ein Crowdfunding auf der Plattform «lokalhelden.ch». Minimum 30000 Franken werden benötigt, damit die Arbeit mit den Nachwuchs-Rangern beginnen kann, kommen gar 60000 Franken oder mehr zusammen, ist das Projekt mindestens für die kommenden drei Jahre gesichert.

Bis Ende Januar kann gespendet werden

Die Teilnahmegebühr für die Kinder soll dabei pro Jahr nicht mehr als 90 Franken kosten. «Es ist wichtig, dass die Teilnahme für Kinder aus allen Einkommensschichten möglich ist», so die Rangerin.

Das Crowdfunding läuft noch bis Ende Januar. Wer sich dazu entscheidet, das Projekt zu unterstützen, erhält je nach Geldbetrag ein kleines Geschenk; wie eine dekorierte Schwanenfeder, einen Schlüsselanhänger oder einen Wandkalender. Nebst dem Crowdfunding wurden auch lokale Gewerbe, Gemeinden und Stiftungen um Unterstützung angefragt. Die Rückmeldungen waren gemischt, wie Barbara Gautschi sagt. «Einige Gemeinden hatten das Budget 2020 schon geplant und konnten uns daher erst 2021 Unterstützung zusagen.»

Andere Gemeinden seien spontaner gewesen und hätten bereits gespendet. Ihre definitive Unterstützung zugesichert haben auch die Albert-Koechlin-Stiftung und der Kanton Luzern. Sofern die Finanzierung gelingt, können die Junior-Ranger ihre «Ausbildung» im Mai dieses Jahres aufnehmen.

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