Othmarsingen

Projekt «In den Matten»: Der Gemeinderat macht einen ungewöhnlichen Schritt

Das Marti-Areal (heute Centravo, hinten) mit dem Restaurant Pflug im Vordergrund.

Das Marti-Areal (heute Centravo, hinten) mit dem Restaurant Pflug im Vordergrund.

In Othmarsingen braucht es wieder einmal Entscheide zur Überbauung «In den Matten» (ehemals Marti-Areal).

Seit Jahrzehnten hat es auf und um das Marti-Areal in Othmarsingen immer wieder Überraschungen gegeben. Zuletzt, als die bisherige Investorin Eiffage Suisse AG aus dem 52-Mio.-Projekt «In den Matten» ausstieg und die Fortimo Invest AG in die Bresche sprang.

Das Projekt «In den Matten» ist übernächste Woche auch Thema an der Ortsbürger- (18. November) und der Einwohnergemeindeversammlung (20. November). 2013 hat der Souverän beschlossen, dass die Gemeindeverwaltung in zwei Etagen eines Gebäudes an der Lenzburgerstrasse untergebracht werden soll. Geplant war, dass dereinst Geld für ein Stockwerkeigentum gesprochen wird (2013 war die Rede von 3,4 Mio. Fr.).

Neu in einem Ersatzbau anstelle des «Pflug»

Weil seither nichts gebaut, aber viel gerändert worden ist, macht der Gemeinderat jetzt einen ungewöhnlichen Schritt: Er orientiert den Souverän über den Projektstand und will sich explizit die Kompetenz geben lassen, die weitere Planung auf dem Baufeld K voranzutreiben. Anders als 2013 angedacht, soll die Verwaltung nicht mehr auf dem Areal der ehemaligen Käserei (Baufeld L) sondern in einem Ersatzbau anstelle des heutigen Restaurants Pflug untergebracht werden (Baufeld K). Die Finanzierung der Projektierung ist kein Problem: Denn aus einen vor Urzeiten beschlossenen Planungskredit sind noch 60'000 Fr. vorhanden.

Zur Variante «Pflug»-Ersatz schreibt der Gemeinderat: «Idealerweise wird das gesamte Gebäude durch die Einwohner- und Ortsbürgergemeinde erworben.» Damit sind die Ortsbürger im Spiel, bei denen in Othmarsingen nicht der Gemeinderat, sondern die «Forst- und Ortsbürgerkommission» mit exekutivähnlicher Funktion auftritt. In den Gemeindeversammlungsunterlagen ist die Rede davon, dass seit 2013 immer wieder «eine langfristige Sicherung der ortsansässigen medizinischen Versorgung» diskutiert worden sei. Die Ärzte von Othmarsingen hätten ein entsprechendes Interesse signalisiert.

Ortsbürger sollen Raum für Arztpraxen kaufen

Deshalb soll im «Pflug»-Ersatz ein Stockwerk für die Nutzung der zukünftigen medizinischen Versorgung in einer noch zu bestimmenden Rohbau/Ausbauvariante zur Verfügung gestellt werden. Kaufen würden das Stockwerk (ca 400 Quadratmeter) die Ortsbürger, die über das nötige Geld verfügen. Die Forst- und Ortsbürgerkommission habe an ihrer Sitzung vom 25. August entschieden, «sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für den Erhalt der medizinischen Versorgung Othmarsingens und allenfalls weiter Räumlichkeiten mit einem finanziellen Beitrag zu beteiligen».

Auch bei den Ortsbürgern ist ein eher unübliches Vorgehen geplant: Sie sollen am 18. November vom aktuellen Projektvorhaben und von der weiteren Planung zum Erhalt der medizinischen Versorgung «zustimmend Kenntnis nehmen». Einen Kredit müssten sie dann später bewilligen.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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