Beim FC Rupperswil spricht man von einem historischen Tag für den Verein: Erstmals seit der Gründung im Jahr 1932 wird der Fussball-Klub über zwei Rasenplätze verfügen. Am Samstag, wenn die Schweiz an der Fussball-Europameisterschaft in Frankreich gegen Albanien ins Geschehen eingreift, wird das neue Fussballfeld auf der Sportanlage Stockhard offiziell eingeweiht – mit einem eigenen «Mini-EM-Turnier», einem Public Viewing und einer Modellflugshow.

Thomas Wassmer, Präsident des FC Rupperswil, ist erleichtert. Endlich bekommt der Verein einen zweiten Fussballplatz. «Seit der Vereinsgründung hatte der FC Rupperswil permanent mit der Infrastruktur zu kämpfen», so Wassmer. «Bei den zahlreichen Spielen und Trainings der verschiedenen Mannschaften braucht es einfach zwei Plätze.» Die Kosten für die neue Rasenanlage belaufen sich auf 886'000 Franken.

Homepage «glüht» nach Mordfall

Gibt es einen neuen Fussballplatz, braucht es auch neue Tore. Ein Sieben- und ein Fünf-Meter-Tor im Gesamtwert von rund 5000 Franken hat der FC Rupperswil angeschafft. Für die Finanzierung hat sich der Verein etwas Spezielles einfallen lassen: Auf der Homepage des Fussball-Klubs ist ein Crowdfunding lanciert worden. Spendewillige können sich an den Kosten der beiden neuen Tore mit einem Mindestbeitrag von zehn Franken beteiligen.

So weit so gut. Jedoch irritiert der Auslöser für die Sammelaktion. Denn die Homepage des Vereins hatte eine extreme Zunahme an Besuchern nach Bekanntgabe der Festnahme des mutmasslichen Mehrfachmörders von Rupperswil. Eine der ermordeten Personen, Dion Schauer (†19), war Aktiv-Mitglied des FC Rupperswil gewesen.

«Vor diesem Ereignis waren durchschnittlich 500 Personen pro Tag auf der Homepage», sagt Wassmer. Anschliessend sei die Besucherzahl auf 64'000 gestiegen und am Tag darauf sogar auf 80'000.

Wassmer scheint sich des heiklen Hintergrunds bewusst zu sein. «Man darf das nicht falsch verstehen», sagt er. «Wir wollten den Vorfall nicht ausnutzen. Aber wir haben uns gedacht, wenn unsere Homepage schon dermassen gut besucht wird, dann versuchen wir es einmal mit einer Sammelaktion.»