Lenzburg
Pro-Velo-Präsident zeigt, wo es im städtischen Radnetz klemmt

Verein weist mit Plakat-Kampagne auf kritische Stellen für Radfahrer hin

Ruth Steiner
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Pro-Velo-Region-Lenzburg-Präsident Werner Christen kurz vor der Einfahrt in den Kreisel beim Bahnhof. Fotos: Sandra Ardizzone

Pro-Velo-Region-Lenzburg-Präsident Werner Christen kurz vor der Einfahrt in den Kreisel beim Bahnhof. Fotos: Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

«Velofrust» steht in grossen Lettern auf den Schildern, dazu ein Smiley, das einen grossen Lätsch zieht. Die Tafeln hat der Verein Pro Velo Region Lenzburg an Flecken in der Stadt angebracht, wo er für die Fahrradfahrer brenzlige Stellen ortet.

Herbst-Velobörse von Pro Velo

Samstag, 19. September, in der Unterführung Müli-Märt in Lenzburg. Velo-Annahme von 8.30 bis 11 Uhr, Velo-Verkauf von 9.30 bis 12 Uhr.

Pro-Velo-Präsident Werner Christen schwingt sich gleich selber aufs Rad und zeigt, wo’s am meisten hapert. Zum Beispiel beim Bahnhofplatz. Hier endet die gelb-rote Markierung auf der Bahnhofstrasse kurz vor dem Kreisel – der Velofahrer strampelt ins Leere.

Um der Konkurrenz zu Auto und Regionalbus auszuweichen, schwenken viele Velofahrer unerlaubterweise aufs Trottoir über. Und wie zieht sich der passionierte Radfahrer Christen in dieser Situation aus der Affäre? Er schmunzelt und wählt fürs Foto den korrekten, aber gefährlicheren Weg.

Ein durchgehender Velostreifen bis zum Veloabstellplatz beim Bahnhof ist für Pro Velo unabdingbar. Diese Strecke wird von vielen Pendlern auf ihrem täglichen Weg zum Bahnhof gefahren, wie die vor einem Jahr gemachte Erhebung über die Verkehrsfrequenz von Velofahrern durch Pro Velo zeigt.

Ein weiterer Hotspot ist die Hendschikerstrasse mit der Abzweigung in die Schützenmattstrasse – die Strecke wird von den Othmarsinger Oberstufenschülern täglich mindestens zweimal zurückgelegt. «Wenn man das hohe Verkehrsaufkommen beachtet und den Schwerverkehr von und zur Autobahn, so ist das der reine Horror hier», sagt der Pro-Velo-Präsident.

Mehr Velospuren gefordert

Mit der Kampagne «Velofrust» und dem Sichtbarmachen der heiklen Stellen für Fahrradfahrer in der Stadt verfolgt Pro Velo unterschiedliche Ziele. «Wir wollen die Öffentlichkeit weiter sensibilisieren, dass der Velofahrer eigene Verkehrsfläche braucht.

Die Konkurrenz zum Auto und zum Fussgänger ist zu hoch», hält Christen fest. Zudem wolle man die Behörden anstupsen, dass es bei der Umsetzung dieser Ziele nun einen Schritt weitergehe und die Sicherheit für die Velofahrer im städtischen Verkehr verbessert werde. «Vom Fachplaner liegen Lösungsvorschläge auf dem Tisch», sagt Christen.

Pro Velo habe auf Einladung des Stadtrats bei den Abklärungen mitgewirkt und sei mit den Planungs-Spezialisten die heiklen Stellen abgefahren. «Doch jetzt müsste man einfach vorwärtsmachen», bemängelt Christen.

Es geht vorwärts

Der Stadtrat sei nicht untätig, erklärte der zuständige Ressortvorsteher Martin Steinmann auf Anfrage. «Am 23. September werden wir den Schlussbericht ‹Erhöhung Verkehrssicherheit der Schülerinnen und Schüler im Fuss- und Veloverkehr›, ausgearbeitet von der Metron Verkehrsplanung AG an die Fachstelle Fuss- und Radverkehr des Kantons übergeben.»

Steinmann weist jedoch darauf hin, dass verschiedene nun bemängelte Stellen im Verantwortungsbereich des Kantons liegen. Zudem verweist Steinmann auf das Postulat «Velostadt Lenzburg» von GLP/CVP, das der Stadtrat im Februar beantwortet hatte. Darin habe man für einige dieser Hotspots Lösungen aufgezeigt.

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