Der Montessori-Kindergarten in Lenzburg plant einen Ausbau seines Angebots und hat vor, von der Aarauerstrasse in das Quartier «Im Lenz» umzuziehen. Dazu liegt bis am 12. Februar ein entsprechendes Umnutzungsgesuch für drei Gewerberäume im Erdgeschoss des Quartiergebäudes «Kreis» am Markus-Roth-Platz auf. Seit 2011 ist die Schule im Gebäude der Moser Küchen-Schreinerei am Landis-Kreisel einquartiert. Dort, relativ weit entfernt vom Bahnhof, belegt sie die zwei oberen Stockwerke.

Die englisch- und deutschsprachige Privatschule mit integriertem Tageskindergarten betreut Kinder ab dem Vorkindergartenalter bis zur sechsten Klasse der Primarstufe. Für Kinder berufstätiger Eltern bietet sie eine Ganztagesbetreuung. Der Einzug in die neuen Räume ist für Sommer 2018 geplant. Mit dem Umzug würde das Angebot um eine altersgemischte Schulklasse mit etwa fünf bis zehn Kinder erweitert.

Aktuell hat die Montessori-Schule eine altersgemischte Vorkindergarten- und Kindergartengruppe mit 30 bis 35 Kindern, die die Schule vormittags besuchen. Den Mittagstisch und das Nachmittagsprogramm nutzt laut der Schule etwa die Hälfte der Kinder.

«Aufwerten und beleben»

Die Gewerberäume am Markus-Roth-Platz mit etwas über 600 Quadratmeter Fläche erfüllten die räumlichen Anforderungen an eine Privatschule, schreibt das Montessori Children’s House im Nutzungsbeschrieb. Der Schulbetrieb ist für Montags bis Freitags von 7.30 Uhr bis 17.30 Uhr geplant.

Für die Kinder, die mit dem Auto gebracht werden, sind die Parkplätze am Niederlenzer Kirchweg und am Dammweg als «Ausladezone» vorgesehen. Die Pausen und das Spielen im Freien sollen im nahen Aabach-Park und auf dem Markus-Roth-Platz stattfinden. «‹Im Lenz› ist ein neues, spannendes Quartier und wir würden uns freuen, wenn wir dabei mithelfen können, die Gegend weiter aufzuwerten und zu beleben», sagt Stefan Flückiger, Geschäftsführer der Schule.

Ganzheitliche Erziehung

Das Konzept hinter der Schule hat die Italienerin Maria Montessori entwickelt. 1896 erlangte sie als erste Frau in Italien den Doktortitel in Medizin und war Dozentin für Anthropologie und Biologie an der Uni Rom. Berühmt wurde sie durch ihre Arbeit als Erzieherin.

Ab 1907 erprobte sie in ihrem eigenen Kinderhaus in San Lorenzo eigene Ideen und Methoden, die sie durch Vorträge verbreitete. Das Konzept baut auf einer ganzheitlichen Erziehung auf. Im Vordergrund steht eine individuelle Förderung der Kinder und ihrer jeweiligen Begabungen sowie die Entwicklung einer ausreichend grossen sozialen und emotionalen Kompetenz.

Das Konzept geht davon aus, dass nur der Mensch selbst sich erziehen kann. Um eine optimale Entfaltung zu ermöglichen, brauche es eine Umgebung, die den inneren Bedürfnissen des Kindes entspricht.

Royale Kundschaft

Die Montessori-Pädagogik landete vor zwei Jahren weltweit in den Schlagzeilen, als Herzogin Kate und Prinz William beschlossen, ihren damals zweijährigen Sohn George in eine Montessori-Kinderkrippe zu schicken.

Die royale Entscheidung löste bei vielen Montessori-Häusern eine erhöhte Nachfrage aus, auch in Lenzburg. Die Website wurde deutlich mehr besucht und die Anfragen von interessierten Eltern nahmen zu.