Lenzburg
Premiere im Zeichen solider Traditionen

An der 147. GV der Hypothekarbank Lenzburg wurde René Brülhart in den Verwaltungsrat gewählt

Fritz Thut
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Impressionen von der GV der Hypothekarbank Lenzburg
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GV der Hypothekarbank Lenzburg
Verwaltungsrat der Hypothekarbank Lenzburg
Impressionen von der GV der Hypothekarbank Lenzburg
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Impressionen von der GV der Hypothekarbank Lenzburg
Impressionen von der GV der Hypothekarbank Lenzburg
CEO Marianne Wildi
CEO Marianne Wildi und VR-Präsident Gerhard Hanhart

Impressionen von der GV der Hypothekarbank Lenzburg

Aargauer Zeitung

Trotz schönstem Frühlingswetter pilgerten am Samstag 1045 Aktionäre der Hypothekarbank Lenzburg, in der Region liebevoll «Hypi» genannt, in die nicht eben schmucke Mehrzweckhalle, um an der 147. Generalversammlung ihrer Regionalbank teilzunehmen.

Der offizielle, statutarische Teil ist hier, wie beim einem x-beliebigen Chüngelizüchterverein die nötige Ouvertüre für den gesellschaftlichen Teil, der anschliessend beim offerierten Znacht in Lenzburger Gaststätten über die Bühne geht. Die Summen über die hier orientiert und abgestimmt wird bewegen sich allerdings im Millionenbereich.

Verwaltungsrat: Minime Differenzen

Die bisherigen neun «Hypi«-Verwaltungsräte wurden in alphabetischer Reihenfolge bestätigt. Die Ja-Prozentzahlen differierten minim: Gerhard Hanhart (Möriken) 98,2 Prozent, Kaspar Andreas Hemmeler (Aarau) 96,5, Marco Killer (Baden-Dättwil) 96,6, Josef Lingg (Boniswil) 97,3, Ursula McCreight-Ernst (Zürich) 85,8, Christoph Schwarz (Thalwil) 97,6, Therese Suter (Seon) 97,6, Thomas Wietlisbach (Wilen bei Wollerau) 91,2, Ulrich Ziegler (Seengen) 98,8. (tf)

Im Sinne der Anträge

Seit die Aktionäre die Abstimmungen mit Televoter und nicht mehr mit Handerheben vollziehen, ist die Arm- einer intensiven Fingergymnastik gewichen. Nicht weniger als 22 mal musste eine von drei Tasten für «Ja», «Nein» oder «Enthaltung» gedrückt werden.

Wenig überraschend gab es bei allen Abstimmungen deutliche Ja-Mehrheiten; die Mitbesitzer der «Hypi» haben grosses Vertrauen in die Verantwortlichen ihrer Bank und stimmten allen Anträgen des Verwaltungsrates zu.

Business as usual also? Mitnichten. Denn es gab in diesem Jahr auch Premieren. Als Nachfolger von Max Bühlmann leitete der neue Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart erstmals die GV. Er tat dies souverän und bewies bei den wenigen marginalen Abweichung vom Drehbuch durchaus Schlagfertigkeit und Humor. Wenig Lustiges hatte Hanhart bei seinem Lagebericht über das wirtschaftliche Umfeld im Allgemeinen und die Banken im Besonderen zu berichten: «Die stärkere und restriktivere Regulierung der Finanzindustrie» bedeute auch für die «Hypi» einen «erheblichen Mehraufwand».

Doch im Geschäftsjahr 2015 konnten die Herausforderungen bestens gemeistert werden, wie CEO Marianne Wildi ausführte. Die Ausleihungen steigen um 1,7 Prozent auf 3,8 Milliarden Franken, die Kundengelder um 2,6 Prozent auf 3,7 Milliarden. In der Erfolgsrechnung liegt die Eigenmittelquote mit 20,5 Prozent deutlich über den geforderten 12,5 Prozent.

Wahl in absentia

Nicht in der Mehrzweckhalle anwesend war der neue, zehnte Verwaltungsrat. In Abwesenheit wurde René Brülhart, seit November 2014 nicht exekutiver Präsident des Aufsichtsrates der Finanzaufsichtsbehörde des Heiligen Stuhl und Vatikanstaats (az vom Samstag) mit 84,6 Prozent der Stimmen gewählt. «Wir schätzen uns glücklich, dass wir mit diesem ausgewiesenen Finanzmarktrechtsspezialisten unsere Kompetenzen im Verwaltungsrat stärken können», freute sich Hanhart über das neue Mitglied.

Hypi-Häppchen

Bescheiden

Im Nachgang zu den Ausschweifungen gewisser Geldinstitute ist es mittlerweile obligatorisch, dass die Aktionäre über die Entschädigungen von Verwaltungsräten und Geschäftsleitung entscheiden. «Hier geht es um andere Summen, als bei gewissen Banken, die mit C oder U anfangen», ordnete Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart die beantragten und genehmigten Beträge ein. Wie zur Bestätigung wurde CEO Marianne Wildi (Foto) gestern in der «NZZ am Sonntag» als «bescheidenste Führungskraft der Schweiz» bezeichnet. Laut Geschäftsbericht betrugen ihre gesamten Bezüge im letzten Jahr 333 930 Franken.

Windmühlen

In ihren Erläuterungen zum Jahresbericht erwähnte Wildi auch die zahlreichen Innovationen im Online-Bereich in den letzten Monaten wie das digitale Portemonnaie namens Twint, das Hypi-Finanz-Tool oder – ganz aktuell – hypicash.ch, die Geldbeschaffungs-Homepage für Firmen. Wildi: «Die ‹Hypi› ist auch mobil unterwegs, aber wir bleiben ihre Bank vis-à-vis.» Man werde bei den aktuellen Entwicklungen im Internet aber am Ball bleiben, so die CEO und schob den passenden Spruch nach: «Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Andern bauen Windmühlen.»

Rendite

Die Rendite der «Hypi»-Aktie ist auch beim geselligen Teil an der Generalversammlung ein Thema. Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart hatte verraten, das gesamte Ertrags-Package der Aktie mit Dividende, Praliné beziehungsweise Zigarre und Nachtessen betrage 3,5 Prozent. Ein Aktionär, der vom Aargauer Braten einen zweiten Teller verdrückte, war überzeugt, dass «meine persönliche Aktien-Rendite damit auf 3,6 Prozent steigt».

Nachhaltig

Das Vergütungspaket für die Regionalbank-Aktie gab auch sonst zu reden unter den Aktionären beim geselligen Teil. Man war sich einig: Die Wertschöpfung des «Hypi»-Papiers hat nachhaltigen Charakter. Weshalb, erklärte ein Aktionär so: «Jetzt geniessen wir das Nachtessen, morgen und übermorgen die Süssigkeiten oder die Zigarre und später freuen wir uns auch noch über die Dividendengutschrift auf dem Bankkonto.»