Lenzburg

Postnachfolger soll die Altstadt beleben – doch ein Nachmieter ist nicht in Sicht

Das «Hirzelhaus» am Rande der Altstadt grenzt unmittelbar an den öffentlichen Seifi-Parkplatz.

Das «Hirzelhaus» am Rande der Altstadt grenzt unmittelbar an den öffentlichen Seifi-Parkplatz.

Im «Hirzelhaus» ist für die Post «Lenzburg 2» noch kein Nachmieter in Sicht, obwohl das Datum der definitiven Schliessung feststeht. Von allen Seiten gerne gesehen wäre ein Lebensmittelgeschäft.

Bereits im Januar hatte die Post angekündigt, die Poststelle «Lenzburg 2» im Hirzelhaus zu schliessen. Dies sollte «voraussichtlich im Verlaufe des zweiten Quartals» der Fall sein, hiess es damals. Jetzt ist es so weit: Das Datum der definitiven Schliessung ist fixiert. Heute in zwei Wochen, am Samstag, 11 Juni, um 11 Uhr gehen die Schalter an der Burghaldenstrasse 59 definitiv zu (siehe Box).

So wie es im Moment den Anschein macht, steht ab Mitte Juni nun ein weiteres Ladenlokal in Lenzburg leer. In diesem Fall am Rande der Altstadt. «Wir haben im Moment noch keinen Nachfolgemieter für die leer werdenden Flächen im Hirzelhaus», sagt Martin Stücheli, im Stadtrat zuständig für das Ressort Ortsbürger. Die Liegenschaft auf dem Seifi-Areal ist im Besitze der Ortsbürgergemeinde.

Lebensmittel favorisiert

Die Ortsbürgergemeinde sähe an der strategisch guten Lage gerne ein Lebensmittelgeschäft. Man habe Gespräche mit potenziellen Mietern geführt, doch seien diese bisher ergebnislos verlaufen. Das bestehende Flächenangebot mit ungefähr 100 Quadratmeter Verkaufsfläche und Zusatzräumen von etwa 30 Quadratmetern sei jeweils zu knapp gewesen.

Bisher sind die Gewerberäume nicht öffentlich ausgeschrieben worden. Mögliche Mieter, welche die Lokalitäten hätten übernehmen können, wurden direkt kontaktiert. In einem nächsten Schritt will man nun eine Ausschreibung machen, sagt Stücheli. Haben die Ortsbürger einen Wunschmieter? Ein Lebensmittel-Detailhändler steht auch nach den abschlägigen Erfahrungen weit oben auf der Wunschliste der Ortsbürger. Auch die Lenzburger Behörden sähen dies gerne so. Denkbar sei auch, dass zwei oder drei Mieter mit unterschiedlichem Angebot gemeinsam die Räumlichkeiten mieten sagt der Ortsbürgerpräsident.

«Schuhmacher, Nähatelier, Reparaturservice für Handy, Kiosk» nennt er einige Beispiele. Wer Interesse habe, dürfe sich auch direkt melden. Was bei Arbeitsstellen schon lange funktioniere, sollte doch auch bei Ladenlokalen möglich sein, findet er. Solche Modelle werden als Storesharing oder Workshopsharing bezeichnet.

Damit eröffnen sich für Nachmieter ganz neue Perspektiven und Möglichkeiten. Für den Ortsbürgerpräsidenten steht «grundsätzlich Gewerbe im Fokus, das Publikum in die Stadt bringt und den bestehenden Angebotsmix in der Innenstadt ergänzt.» Erwünscht ist wiederum ein langjähriges Mietverhältnis. Sorgen, dass sich kein Nachfolgemieter einstellt, macht sich Stücheli nicht. «Die Lage auf dem Seifi-Areal ist sehr gut.» Das Hirzelhaus grenzt unmittelbar an den Seifi-Parkplatz.

Neuer Geist für die Altstadt

Auch was die andern leerstehenden Ladenlokale in der Altstadt anbelangt, mag Stücheli keine pessimistischen Töne anschlagen. Im aktuellen Wandel sieht er durchaus Chancen für eine Erneuerung der Innenstadt. «Eine junge Unternehmergeneration mit neuen Geschäftsideen bringt ein anderes Angebot und eine neue Denkweise in die Altstadt.» Stücheli ist überzeugt, das führe letztendlich zu einer ganz neuen Ausstrahlung und so zu einem ganz anderen Einkaufserlebnis in der Lenzburger Altstadt.

Was die finanzielle Seite anbelangt, so wird der Mietzins im Moment weiterhin in die Kasse der Ortsbürger fliessen. Der Mietvertrag mit der Post läuft noch einige Zeit weiter. Dieser kann jederzeit durch ein neues Mietverhältnis abgelöst werden.

Nebst der Post sind im Hirzelhaus die Forstdienste Lenzia und ein Personalvermittler in den gewerblichen Räumen eingemietet. In den Obergeschossen befinden sich 3 kleine Wohnungen, die ebenfalls vermietet sind.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1