Rupperswil
Portier will das Gewurstel orchestrieren

Die Komödie «Au das no!» der Theatergemeinschaft Tangram ist ein spritziges Vergnügen.

Markus Christen (Text und Foto)
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Immobilienverkäufer und Lebemann Martin Schock (Adi Tinner) und Schwester Margrit (Ursula Barth) kommen sich im Theaterstück näher.

Immobilienverkäufer und Lebemann Martin Schock (Adi Tinner) und Schwester Margrit (Ursula Barth) kommen sich im Theaterstück näher.

Markus Christen

Alberto Cavallo ist ein Problemlöser. Und das Problem, das der Portier im Theaterstück «Au das no!» lösen muss, heisst Platzmangel.

Im «Hotel du Lac» nämlich, in dem Alberto arbeitet, hat sich ein Wasserschaden zugetragen. Zimmer wurden geflutet und können nicht mehr bezogen werden. Nun ist das Improvisationstalent von Alberto Cavallo gefragt.

Kurzerhand quartiert der Hotelportier mehrere Gäste gleichzeitig in einem der wenigen noch intakten Zimmer ein. Seine Überlegung dabei ist gelinde gesagt gewagt, entbehrt aber nicht einer gewissen Logik. Solange sich die Gäste nicht zur selben Zeit im Zimmer aufhalten, denkt sich Cavallo, hat jeder Gast ein Zimmer für sich allein.

Die Katastrophe ist, wie es sich für einen erfolgreichen Theaterschwank gehört, vorprogrammiert. Zum grossen Gaudi des Theaterpublikums, das den Portier bei seinen Kapriolen, Tiraden und hilflosen Bemühungen, die Wirrnis zu orchestrieren, beobachtet.

Mit der Komödie «Au das no!» bringt die Theatergemeinschaft Tangram aus Rupperswil an den ersten beiden Märzwochenenden ein spritziges Schauspiel auf die Bühne im Aarehaus. Die Ingredienzen sind oft erprobt und wohlbekannt. Figuren mit diametral verschiedenen Ansichten und Begierden geraten aneinander, Verwechslungen finden statt, ein kriminalistischer Plot umrahmt die Geschichte.

Reif für die Bühne

Der Vorstand der Theatergemeinschaft habe rund zwanzig bis dreissig Stücke gelesen, aus denen man sich schliesslich für die Komödie «Au das no!» entschieden habe, sagt Regisseurin Monika Weber. «Entscheidend waren für uns einerseits der Faktor Bühne. Diese sollte möglichst einfach sein. Das ganze Stück spielt in einem Zimmer.» Andererseits, so Weber, müsse das Theater die Zuschauer unterhalten, sie zum Lachen bringen. «Wir wissen, dass dies dem Wunsch des Rupperswiler Publikums entspricht. Vor einigen Jahren haben wir versucht, einen anderen Schwerpunkt als die Komik zu setzen und die Reaktionen kamen sofort.»

Zu lachen gibt es tatsächlich einiges in diesem Dreiakter, denn das Geschehen im Hotelzimmer entwickelt sich stetig grotesker. So trifft etwa der zwielichtige Immobilienverkäufer Schock, der einen Geschäftsabschluss mit Damenbesuch feiern will, auf die Klosterschwester Margrit. Was Schocks Libido einen argen Dämpfer versetzt, bedeutet für das Publikum ein schadenfreudiges Vergnügen.

Mit dem bisherigen Verlauf der Probearbeit ist Monika Weber zufrieden. «Es läuft gut. An einigen Stellen knorzt es noch, aber das kriegen wir hin», sagt die Regisseurin zehn Tage vor der Premiere. «Langsam sind wir etwas müde vom Proben und alles in allem reif für die Bühne.»

Aufführungen am 3. und 4. März sowie am 10. und 11. März, 20 Uhr, im Aarehaus Rupperswil. Am Sonntag, 5. März Nachmittagsvorstellung um 13.15 Uhr mit Brunch-Buffet ab 10.30 Uhr.