Es sind ein paar Tage vergangen, seit Sara Holliger zusammen mit ihrem Idol auf der Bühne der SRF-Sendung «Happy Day» stand. Die Rose die sie während ihres Auftritts zum Song «Rosalie» von Rapper Bligg bekommen hat, steht auf einem kleinen Tisch in ihrem Loft. Holliger will sie so lange wie möglich aufbewahren.

Noch kann die 31-Jährige ihr Glück kaum fassen. «Ich muss das Ganze noch verarbeiten, zurück in die Normalität finden.» Sie brauche ein paar Tage Ruhe. Daher sei sie im Moment auch nicht top gestylt, «aber im Wellness läuft man ja auch nicht geschminkt herum.» Holliger lacht.

«Rosalie» als Ohrwurm des Lebens

Die energiegeladene Blondine hat noch nicht viele Reaktionen auf ihren Auftritt bekommen. «Ich habe die letzten Tage viel Zeit mit meiner Zwillingsschwester und zu Hause verbracht.» Sie denke auch nicht, dass sie jetzt plötzlich so etwas wie ein Star sei. Schliesslich könne sie auch nicht übermässig gut singen.

Sara Holliger ist ein «Hardcore»-Bligg-Fan, wie sie selbst bestätigt. An ihr erstes Lieblingslied kann sie sich genau erinnern: «Fahr e Mal» vom Album «Bart aber herzlich». Das Lied habe ihr immer wieder durch den Stau geholfen. Sofort fängt Holliger begeistert an zu singen und streckt die Fäuste in die Luft. «Fahr e Mal, fahr e Mal.»

«Bligg singt in meiner Sprache. Mich verbindet viel mit seinen Texten», erklärt Sara Holliger ihre Faszination. Für das Starduett bei «Happy Day» angemeldet hat sie aber ihre Zwillingsschwester Jenny Holliger. Klammheimlich. «Eigentlich merke ich immer, wenn Jenny etwas vor mir verheimlicht», sagt Sara Holliger staunend, «aber dieses Mal habe ich wirklich gar nichts vermutet.»

Eines Morgens sollte Sara Holliger einen Hund von einem neuen Kunden abholen. An der Leine hatte sie dann aber keinen Hund, sondern Marco Bliggensdorfer, wie Bligg mit bürgerlichem Namen heisst. «Mein Hirn war in diesem Moment völlig leer», beschreibt Sara Holliger. «Es war so komisch und speziell, plötzlich einer Person gegenüber zu stehen, deren Stimme einem so vertraut ist.» Sie habe gar nicht mehr aufhören können, Bligg zu umarmen. «Das hat man glaube ich auch in der Sendung gesehen.»

Drei Wochen lang hat Holliger das Lied «Rosalie» rauf und runter gespielt. «Ich hatte den Ohrwurm meines Lebens», sagt sie und lacht. Dann am Samstagnachmittag die ersten Proben zusammen mit Bligg. «Ich hatte keine Erwartungen an ihn und wurde positiv überrasch, wie sympathisch und normal er sich verhielt.» Sie hätten sich auch zwischendurch hinsetzten und unterhalten können. Er habe ihr ein paar Tipps gegeben, sie hätten sich gut verstanden.

Sie beschreibt den Musiker als sehr positiven Menschen mit viel Energie. «Wenn er ein Hund wäre, dann wohl ein irischer Wolfshund. Das ist eine sehr charakterstarke Hunderasse.» Klar hätte sie sich daran gewöhnen können, Bligg an der Leine zu haben, aber: «Männer muss man frei laufen lassen.» Sie sei glücklich gewesen, ihr Idol kennenlernen zu dürfen, aber habe nicht an ihm geklebt. «Das würde ich schliesslich auch nicht wollen.»

Vor dem Auftritt im Schweizer Fernsehen hatte sie manch schlaflose Nacht. Als sie dann auf der Bühne stand, war davon nichts mehr zu merken. «Ich wollte einfach das Beste aus meinem Auftritt machen, um Bligg nicht zu enttäuschen.» Bligg hatte sie mit dem Auftritt überrascht, jetzt wollte sie ihn mit einer guten Performance überraschen.