Seengen wäre von der ab 2016 geltenden Erhöhung der Ersatzabgabe für nicht im Dorf untergebrachte Asylbewerber massiv betroffen. Die Soll-Aufnahmequote wurde vom Kanton eben von 8 auf 10 erhöht. Abgerechnet die zwei bereits der Gemeinde angerechneten Asylbewerber bleiben 8 Personen.

«Die höhere Abgabe an den Kanton würde bei uns 2 bis 3 Steuerprozente ausmachen», hält Gemeindeammann Jörg Bruder fest und ergänzt: «Ich weiss nicht, ob alle Steuerzahler mit dieser Ausgabe einverstanden wären.»

Einzelmänner statt Familien

Also machten sich die Behörden im Sommer auf die Suche nach geeigneten Liegenschaften. Ein Aufruf verhallte ohne Echo und so beschloss der Gemeinderat, an der Egliswilerstrasse Wohncontainer für zwei Familien aufzustellen. Während der Baugesuchs-Auflagefrist gingen zwei Einsprachen ein (az vom 22. Oktober).

Die Einwendungen konnten nicht bereinigt werden. Trotzdem erteilte der Gemeinderat der Einwohnergemeinde die Baubewilligung, doch noch läuft die Rekursfrist. «Da die Rechtskraft fehlt, mussten wir eine Alternative suchen», so Ammann Bruder. Fündig wurde man bei der Zivilschutzanlage beim Zentrum Hubpünt. Ohne grossen Aufwand lassen sich die unterirdischen Räume herrichten. «Es ist keine schlechte Lösung», so Bruder, der sich zuerst für eine oberirdische Variante stark gemacht hatte.

Die Bewohner der Hubpünt-Wohnungen und der Vorstand des Altershilfevereins wurden diese Woche über den Schritt informiert. Die Verantwortlichen hätten mit Verständnis reagiert, so Bruder.

Von den kantonalen Stellen wurde ebenfalls Zustimmung signalisiert. Statt Familien (wie bei den Containern) werden Seengen nun voraussichtlich acht alleinstehende Männer zugeteilt.

Für die Betreuung der Asylbewerber arbeitet die Gemeinde zusammen mit der reformierten Kirchgemeinde ein Konzept aus.