Die Pferdeklinik Neugraben in Niederlenz will expandieren: Im Gewerbegebiet hat sie eine Parzelle gekauft und plant dort den Bau einer Klinik. Für die Pferde stünden in Zukunft rund 27 Boxen zur Verfügung. Heute beschäftigt die Klinik 24 Mitarbeiter und hat 16 Boxen zur Verfügung. Das Baugesuch liegt bis zum 2. Februar auf der Gemeinde auf.

Die 1983 gegründete Klinik wird von den drei Inhabern Christian Czech, Markus Schmidt und Theo Tschanz geführt. Sie ist bis heute in den ursprünglichen Räumlichkeiten geblieben. «Als die Klinik gegründet wurde, gab es noch keine Wohnhäuser in der Umgebung. Heute liegt sie mitten im Dorfkern», sagt Christian Czech.

Die Klinik ist nur über eine einspurige Quartierstrasse zu erreichen. Ihre Kapazität ist beschränkt. «Das ist für alle unbefriedigend, nicht zuletzt natürlich auch die Anwohner», sagt Czech. «Wir haben das Glück, dass wir sehr gute Nachbarn haben, die sich nie beschweren. Trotzdem ist es an der Zeit, sie vom Lärm und Verkehr unserer Klinik zu entlasten.»

Auch die Klinik selbst ist überlastet. «Jeder Raum wird mehrfach genutzt, die einst für die Kundschaft gedachten Parkplätze werden inzwischen allein von unserem eigenen Fuhrpark gut belegt», sagt Czech. Der bisherige Standort wird nach dem Bezug des Neubaus abgegeben und dürfte wohl mit Wohnhäusern überbaut werden.

Gemeinde half bei Landkauf

Bei der Suche nach einem Standort konzentrierte sich die Klinik von Anfang an auf Niederlenz. «Wir wollten unbedingt hierbleiben», sagt Czech. Das gute Verhältnis zu den Niederlenzern und zur Gemeinde will er behalten.

«Das haben wir auch der Gemeinde gesagt, die uns für das Unterfangen ihre Unterstützung zusicherte. Das war sehr hilfreich, denn die neue Parzelle war nicht einfach zu bekommen. Die Gemeinde hat uns da viel geholfen», sagt Christian Czech. «Ein wichtiger Punkt ist auch, dass keiner unserer Kunden sagt, er fahre zur Pferdeklinik Neugraben. Sie sagen, ich gehe nach ‹Niederlenz›».

Czech, ehemaliger Sportreiter aus dem deutschen Niedersachsen, wohnt mit Ehefrau, Sohn und Tochter im Fricktal. Seit 2006 arbeitet er in der Klinik Neugraben, 2010 wurde er gleichberechtigter Partner.

Gereizt habe ihn das breite medizinische Spektrum der Pferdeklinik bei gleichzeitiger Überschaubarkeit, sagt er. «Hier wird der Wert eines Pferdes nicht über Sportresultate definiert. Ob Spitzencrack im Parcours, Sieger auf der Rennbahn oder treues Kinderpony und Freizeitpferd – wir bieten allen die Möglichkeit, von bester medizinischer Betreuung zu profitieren.»

Solarium inklusive

Die Bauzeit für die neue Klinik am Hummelweg beträgt etwa ein Jahr. Czech hofft auf einen Einzug in die neuen Räumlichkeiten Anfang 2019. Die reinen Baukosten betragen laut Baugesuchsmappe fast fünf Millionen Franken. Die Anlage wird über eine Erdsonde und Photovoltaik mit Energie versorgt.

Entstehen werden ein Behandlungsgebäude, ein Stall und eine Reithalle. Die neue Klinik kann 27 stationäre Patienten aufnehmen und jährlich Tausende ambulant behandeln. Zur Ausstattung zählen ein OP und eine Szintigrafie, bei der radioaktive Stoffe injiziert und mit einer Gammakamera sichtbar gemacht werden.

Dazu kommen Einrichtungen wie Quarantäneboxen und ein Solarium. Denn das spezielle Narkosemittel, das Pferden für die Operation im Stehen verabreicht wird, lässt sie stark schwitzen. Im Solarium können sie danach schnell und einfach trocknen.